Studie des CAM

Absatzkrise der Autobauer - nicht nur VW und Co. verlieren

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Artikel teilen:
Quelle: Quelle: dpa-AFX

(dpa) - Die deutschen Autobauer haben im ersten Halbjahr deutlich an Absatz eingebüßt. Sie sind damit einer Studie zufolge aber nicht allein. Fast alle großen Hersteller meldeten rückläufige Verkäufe, ergibt eine aktuelle Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Von 20 untersuchten Herstellern waren demnach 14 im Minus.

Die bereits bekannten Absatzrückgänge der deutschen Konzerne VW, Mercedes-Benz und BMW liegen allesamt über dem Durchschnitt der 20 größten Hersteller weltweit, den das CAM mit minus 2,8 Prozent angibt. Es gibt in dieser Gruppe allerdings auch sechs Konzerne, die es teils deutlich härter getroffen hat.

"Die globale Automobilindustrie tritt in eine neue Phase der Marktbereinigung ein", sagte CAM-Direktor und Studienleiter Stefan Bratzel. "Wem es nicht gelingt, sich schnell den neuen Markt- und Technologiebedingungen anzupassen, droht längerfristig auszuscheiden." Das Jahr 2026 dürfte deshalb "zu einem weiteren Beschleuniger der Konsolidierung und Restrukturierung in der globalen Automobilindustrie werden", so Bratzel weiter.

BYD leidet unter China-Schwäche

Die deutschen Hersteller litten im ersten Halbjahr unter starken Rückgängen im für sie wichtigen chinesischen Markt. Dessen Schwäche und der extrem starke Wettbewerb treffen die heimischen Hersteller allerdings teils noch härter. Der lange erfolgsverwöhnte Platzhirsch BYD büßt dort laut der Untersuchung 39 Prozent ein - das können auch steigende Exporte nicht ausgleichen. Weltweit steht ein Minus von 15,7 Prozent.

BMW schockiert mit Gewinnwarnung
Nach Kursrutsch kaufen? Das Urteil zu deutschen Autoaktien19.06.2026 · 07:04 Uhr · onvista
Die BMW-Zentrale in München ist zu sehen

Toyota als weltweite Nummer eins baute seinen Vorsprung vor VW aus, mit 3,1 Prozent lag da Minus dort nur halb so hoch wie bei den Wolfsburgern, die konzernweit inklusiver aller Töchter 6,5 Prozent verloren. Hyundai als weltweite Nummer drei ist den Wolfsburger immer dichter auf den Fersen: Die Südkoreaner büßten 1,6 Prozent ein und verkürzten damit den Abstand zu VW.

Zusammen verkauften die 20 Konzerne 1,1 Millionen Autos weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Einzelne Konzerne konnten auch deutlich zulegen - unter anderem Tesla, Stellantis oder Suzuki. Teilweise stecken dahinter aber auch besonders schwache Vergleichszahlen aus dem Vorjahr.

Das könnte dich auch interessieren

Automobilhersteller
EU gibt grünes Licht für milliardenschweren Everllence-Deal von VWgestern, 11:52 Uhr · dpa-AFX
EU gibt grünes Licht für milliardenschweren Everllence-Deal von VW
Beteiligungsgesellschaft
Milliardenverlust bei Porsche SE wegen VW-Abschreibung07. Aug. · dpa-AFX
Milliardenverlust bei Porsche SE wegen VW-Abschreibung
Prognose bestätigt
Autovermieter Sixt legt stärker zu als gedachtgestern, 05:35 Uhr · dpa-AFX
Autovermieter Sixt legt stärker zu als gedacht
Diagnostikspezialist
Qiagen-Aktien steigen auf Fünfmonatshoch10. Aug. · dpa-AFX
Qiagen-Aktien steigen auf Fünfmonatshoch
Trotz Krise
Norma Group verdient im Tagesgeschäft mehr11. Aug. · dpa-AFX
Norma Group verdient im Tagesgeschäft mehr
Plus-Analysen
Aktien-Bewertung
Billige Chip-Aktien? Wieso das KGV täuschtgestern, 14:29 Uhr · onvista
Trading-Impuls
VW-Aktie bietet erneut eine Tradingchance12. Aug. · onvista
Investoren-Veteran
Auf diese Software-Aktien setzt Hendrik Lebers Fonds12. Aug. · onvista