Atomfonds Kenfo mit Rendite von 6,2 Prozent - Für Kapitalrente gewappnet
Berlin, 15. Jul (Reuters) - Der deutsche Atomfonds Kenfo hat im vergangenen Jahr 823 Millionen Euro für die Kosten der Atommüll-Entsorgung an den Bund gezahlt. Bei der Vorstellung der Bilanz für 2025 brachte Vorstandschefin Anja Mikus am Mittwoch den Fonds zugleich als Verwalter für die geplante Kapitalrente ins Gespräch. "Die Kapitalrente soll 2028 beginnen. Dafür sehe ich uns gut aufgestellt", sagte Mikus. Der Fonds habe 2025 trotz eines von Krisen geprägten Umfelds eine Rendite von 6,2 Prozent erzielt.
Auch das laufende Jahr entwickelt sich demnach positiv. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Fonds trotz Belastungen durch den Iran-Krieg eine Wertentwicklung von 7,9 Prozent. "Nach vorne schauend sind wir vorsichtig zuversichtlich", sagte Mikus. Als Risiken mit "deutlichem Rückschlagspotenzial" nannte sie den Iran-Krieg sowie hohe Bewertungen im Technologiebereich.
Das Anlagevermögen des größten deutschen Staatsfonds ist inzwischen auf rund 28 Milliarden Euro angewachsen. Das Stiftungsergebnis stieg 2025 auf 678,7 Millionen Euro nach 409,8 Millionen im Vorjahr. Der für den Bund geschaffene Mehrwert seit Gründung des Fonds wuchs demnach auf insgesamt 8,8 Milliarden Euro. Davon seien rund 5,3 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Der Kenfo wurde 2017 gegründet, um die von den Betreibern der Atomkraftwerke eingezahlten 24,1 Milliarden Euro zu verwalten. Damit sollen über die nächsten Jahrzehnte die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls finanziert werden.
Die Bundesregierung will in der Rentenversicherung eine neue Kapitalrente einführen. Die Beiträge dafür sollen am Kapitalmarkt angelegt werden und später die gesetzliche Rente ergänzen. Die konkrete Umsetzung soll noch folgen. Mikus sagte, der Fonds verfüge über die nötige Expertise, eine bewährte Anlagestruktur und könne die Aufgabe kostengünstig bewältigen. Das Auswahlverfahren stehe aber noch aus.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


