Bei ASML wird jeder größere Rücksetzer spannend
ASML liefert starke Zahlen und erhöht den Ausblick deutlich. In der Aktie kommt es nach einem Kurssprung zu Gewinnmitnahmen, doch die operative Dynamik bleibt intakt.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Der Umsatz stieg um 21,3 Prozent auf 9,33 Milliarden Euro. Damit übertraf ASML die Erwartungen um rund 400 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 7,59 Euro und damit rund 60 Cent über Konsens. Der Bruttogewinn überstieg fünf Milliarden Euro, der Nettogewinn lag über 2,9 Milliarden Euro.
Auch die Auslieferungen zeigen die Stärke der Nachfrage. ASML lieferte im vergleichbaren Zeitraum 86 Lithografiemaschinen aus, nach 67 Anlagen im Vorjahr. Das entspricht einem Absatzplus von 28 Prozent.
Der Ausblick fällt noch stärker aus. Für das kommende Quartal erwartet ASML elf bis zwölf Milliarden Euro Umsatz, während der Konsens bei 10,4 Milliarden Euro lag. Die Bruttomarge soll auf 55 bis 57 Prozent steigen. Für das Gesamtjahr peilt ASML 43 bis 45 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttomarge um 55 Prozent an.
Charttechnik
Die Aktie hatte nach den Zahlen zunächst rund sieben Prozent zugelegt, gab danach aber wieder ab. Nach dem Anstieg von 920 Euro auf rund 1.600 Euro seit Jahresbeginn wirkt eine Konsolidierung von 15 Prozent gesund.
Oberhalb von 1.700 Euro würde sich das Bild wieder deutlich aufhellen. Dann wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht frei.
Martins Einschätzung
Die Bewertung ist mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 45 anspruchsvoll. Trotzdem bleibt ASML qualitativ stark. JPMorgan bestätigte nach den Zahlen das Overweight-Rating und das Kursziel von 1.900 Euro. Größere Rücksetzer eignen sich weiter zum Aufbau einer Position.


