IBM: Warum der Absturz die Aktie nur fair macht
IBM fällt nach einem vorläufigen Zahlenblick um rund 25 Prozent. Der Rückgang wirkt hart, bringt die Aktie aber nur zurück auf ein faireres Bewertungsniveau.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
IBM gab vor den eigentlichen Quartalszahlen einen vorläufigen Einblick. Solche Meldungen kommen meist bei sehr positiven oder sehr negativen Abweichungen. Der Kurs zeigt klar, welche Variante der Markt sieht.
Der Umsatz dürfte im zweiten Quartal bei 17,2 Milliarden Dollar liegen und nur um 1 Prozent steigen. Der Gewinn je Aktie wird bei etwa 2,93 Dollar erwartet und liegt ebenfalls unter den Erwartungen. Besonders schwach wirken die Infrastrukturerlöse mit einem Rückgang um sieben Prozent. Softwareerlöse stiegen nur um fünf Prozent.
HSBC reagierte sofort und senkte IBM von Hold auf Reduce. Das Kursziel fiel von 231 auf 191 Dollar. Nach dem Rückgang liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate bei etwa 17,6. Das entspricht ungefähr dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Charttechnik
Der vorherige Kursanstieg führte die Bewertung von einem 17er auf ein 26er Kurs/Gewinn-Verhältnis. Der Impuls kam vor allem durch Nachrichten rund um Quantencomputer und staatliche Unterstützung.
Nach dem Rücksetzer steht IBM wieder auf dem Niveau vor diesen Nachrichten. Das nimmt den überzogenen Teil der Bewegung aus dem Chart.
Martins Einschätzung
Der Absturz überrascht fundamental wenig. Die Quantencomputer-Fantasie rechtfertigte den vorherigen Bewertungssprung nicht, weil dieser Bereich vermutlich weniger als ein Prozent des Umsatzes ausmacht. Nach dem Rückgang ist IBM wieder fair bewertet, aber ein starker Aufwärtsimpuls ist von hier aus nicht zu erwarten.




