Italien will restliche Bank-Beteiligungen bald loswerden
Rom, 15. Jul (Reuters) - Die italienische Regierung will sich bald von ihren verbliebenen Beteiligungen an heimischen Banken trennen. Dazu gehört vor allem das Aktienpaket von 4,9 Prozent an der traditionsreichen Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), die mit staatlicher Hilfe vor dem Aus gerettet worden war. Das machte Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti auf der Jahrestagung des italienischen Bankenverbandes ABI am Mittwoch klar. "Ich bin zuversichtlich, dass das das letzte ABI-Treffen war, bei dem die Regierung Aktionär einiger größerer Banken ist. Die Aufgabe des Staates als Anteilseigner ist beendet." Die Regierung in Rom ist auch dabei, sich bei der kleinen Bank BDM, die sie seit 2019 gestützt hatte, zurückzuziehen.
Giorgetti sagte, die Regierung beobachte die laufende Übernahmewelle im italienischen Bankensektor genau. Das wurde als indirekte Zustimmung zu der geplanten 30,6 Milliarden Euro schweren Übernahme von MPS durch die größte Bank des Landes, Intesa Sanpaolo, gewertet. Gleichzeitig hat auch die Nummer vier im Markt, Banco BPM, Interesse an Monte dei Paschi angemeldet. Das MPS-Aktienpaket des Staates ist rund 1,7 Milliarden Euro wert. Giorgetti hatte im Juni erklärt, eine Übernacht-Platzierung des Anteils bei Investoren wäre "eine der besten Lösungen". Mit einem Verkauf vor Beginn der Annahmefrist für ein Übernahmeangebot könnte der Staat den Anschein vermeiden, sich dabei auf eine Seite zu schlagen.
(Bericht von Giuseppe FonteGeschrieben von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

