
Der Dax hat am Mittwoch in seiner jüngsten Konsolidierung wieder nachgegeben. Die 50-Tage-Chartlinie, ein Indikator für den mittelfristigen Trend, erwies sich aber als Stütze für den deutschen Leitindex. Mit 24.999 Punkten dämmte er seine Verluste letztlich auf 0,59 Prozent ein. Zuvor hatte sich der Dax vier Handelstage in Folge über der Marke von 25.000 Zählern gehalten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stagnierte am Mittwoch prozentual bei 32.101 Punkten.
Die im Juni nicht so stark wie erwartet gestiegenen US-Erzeugerpreise untermauerten die positive Tendenz der Verbraucherpreise tags zuvor. Die Teuerung in den USA schreite nicht so schnell voran wie befürchtet, kommentierte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Das gebe der US-Notenbank Fed Spielraum.
Im Nahen Osten blieb die Lage angespannt. US-Präsident Donald Trump drohte mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Iran. "Die relative Stärke der Aktienmärkte deutet darauf hin, dass kaum ein Anleger von einer Rückkehr zu einem Krieg mit unkontrolliertem gegenseitigen Beschuss ausgeht", sagte Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl. Schnäppchenjäger würden darauf setzen, dass die Drohkulisse von Trump eine Verhandlungstaktik sei.
Deutsche Chipwerte reagieren uneinheitlich auf ASML
Vor dem Beginn der Quartalsberichtssaison der Unternehmen hielten sich die Anleger hierzulande zuletzt zurück. Für ein erstes Highlight sorgte nun das niederländische Börsen-Schwergewicht ASML.
Der Hersteller von Produktionsanlagen für die Halbleiterfertigung veröffentlichte starke Quartalszahlen und schraubte das Umsatzziel für das laufende Jahr noch weiter nach oben, was den Aktien kräftige Kursgewinne bescherte.
Der deutschen Halbleiterbranche half das aber nur teilweise. Aus den Reihen der Ausrüster und Zulieferer büßten Siltronic 5,39 Prozent ein, von den Chipherstellern Infineon 5,35 Prozent ein und Jenoptik 0,15 Prozent. Dagegen verteuerten sich LPKF um 2,07 Prozent. Allen Branchentiteln gemein ist die starke Kursentwicklung seit Jahresbeginn dank des Booms von Künstlicher Intelligenz, wobei die Gewinne unterschiedlich hoch ausfallen.
BASF belastet Chemiesektor
Beim Chemieriesen BASF sorgte die Zahlenvorlage nur kurz für einen Sprung in positives Terrain. Dann drehten die Aktien wieder ab und knüpften mit minus 2,93 Prozent an ihre vorherige Konsolidierung nach den jüngsten Kursgewinnen an. Die Anhebung des Jahresausblicks für den operativen Gewinn überraschte nur bedingt. Im Sog von BASF zeigten sich auch andere Chemietitel schwach.
Wacker Chemie verlor 4,05 Prozent und Lanxess 2,77 Prozent. Anteilsscheine von Evonik gaben um 1,58 Prozent nach und Fuchs um 1,49 Prozent.
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(mit Material von dpa-AFX)




