Merz nicht grundsätzlich gegen Übernahme von Commerzbank durch UniCredit
Berlin, 15. Jul (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nicht grundsätzlich gegen eine Verbindung der Commerzbank mit der italienischen UniCredit ausgesprochen. "Wir verhindern nicht diese Fusion", sagte der CDU-Chef am Mittwoch in Berlin. Die Art und Weise, wie das Frankfurter Geldhaus attackiert werde, stoße aber nicht auf Zustimmung der Bundesregierung, die selbst noch mit zwölf Prozent an der Commerzbank beteiligt ist. Europa brauche große und starke Banken, die im Wettbewerb mit ihren US-Rivalen mithalten könnten.
Nach Ablauf ihres Übernahmeangebots ist die Mailänder UniCredit nur knapp an einer Mehrheitsbeteiligung an der Commerzbank vorbeigeschrammt. Das setzt beide Seiten unter Druck, sich nach mehreren vergeblichen Versuchen doch noch an einen Tisch zu setzen, um eine gütliche Einigung zu erreichen. UniCredit hat nach der zweiten Annahmefrist Zugriff auf 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien. Auf einer Hauptversammlung könnte die Mailänder Bank sogar 49,65 Prozent in die Waagschale werfen, weil die eigenen Aktien, die die Commerzbank im Bestand hält, keine Stimmrechte haben.
Die Aktionäre der Commerzbank hätten das - wirtschaftlich eigentlich nicht besonders attraktive - Übernahmeangebot der Italiener zu einem "beachtlichen Teil" angenommen, so Merz. Der Bund habe dies nicht getan. "Wir erlauben uns auch die Frage nach dem Geschäftsmodell zu stellen." Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle in der Finanzierung der Wirtschaft und vor allem des Mittelstands. "Ich würde es sehr ungern sehen, dass die Funktion in Zukunft nicht mehr ausgeübt wird."
(Bericht von Christian Krämer und Andreas Rinke, redigiert von Reinhard Becker. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



