Paypal: Warum 60,50 Dollar zu wenig sein könnten
Paypal springt wegen Übernahmegerüchten um knapp 20 Prozent. Ein mögliches Angebot von Stripe und Advent läge bei rund 60,50 Dollar je Aktie, doch dieser Preis wirkt nicht zwingend überzeugend.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Stripe und Advent prüfen offenbar eine 50:50-Transaktion zur Übernahme von Paypal. Das mögliche Gebot soll etwa 53 Milliarden Dollar umfassen. Umgerechnet entspräche das rund 60,50 Dollar je Aktie.
Die Aktie schloss zuvor bei rund 47 Dollar und steht nun bei etwa 54 bis 55 Dollar. Charttechnisch ist der Sprung über 52 Dollar positiv. Gleichzeitig bleibt der Abstand zum möglichen Übernahmepreis begrenzt.
Das Kernproblem liegt im Preis. Paypal notierte früher bei mehr als 300 Dollar und arbeitet derzeit an einer Bodenbildung. Das Management müsste erklären, warum 60,50 Dollar das beste Ergebnis für die Aktionäre sind, wenn die Aktie aus eigener Kraft in 12 bis 18 Monaten auch 60, 70 oder 80 Dollar erreichen könnte.
Charttechnik
Der Ausbruch über 52 Dollar ist ein positives Signal. Bei Kursen um 55 Dollar bleibt bis zum möglichen Angebotspreis von 60,50 Dollar aber nur begrenztes Potenzial.
Martins Einschätzung
Das Übernahmegerücht ist klar der Kurstreiber. Ein Abschlag von etwa zehn Prozent zum möglichen Angebot kann wegen Transaktions- und Regulierungsrisiken bestehen bleiben. Ein höheres Angebot wäre möglich, doch die starke Schuldenfinanzierung begrenzt den Spielraum.


