ServiceNow: Wieso der IBM-Schock eine Chance schafft
ServiceNow leidet unter Sorgen rund um Softwarebudgets und künstliche Intelligenz. Der starke Kursrückgang wirkt aber eher wie eine Chance, wenn die Wachstumserwartungen der Analysten halten.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Die Aktie geriet nach einer Umsatzwarnung von IBM deutlich unter Druck. Der Markt übertrug die Sorgen auf den Software- und IT-Beratungssektor. Auch Salesforce und andere Anbieter verloren kräftig, ServiceNow traf es besonders stark.
BNP Paribas sieht in diesem Rückgang eine Kaufgelegenheit. Die Analysten bleiben bei Outperform und nennen ein Kursziel von 140 Dollar. Nach ihren Reseller-Umfragen und Vertriebskanal-Daten dürften die Prognosen von ServiceNow konservativ sein.
Für das organische Abonnementwachstum erwartet BNP Paribas rund 19 Prozent. Das wäre sogar etwas stärker als die 18 Prozent im ersten Quartal. Damit passt der fundamentale Ausblick nicht zu der Sorge, ServiceNow könnte durch künstliche Intelligenz strukturell unter Druck geraten.
Charttechnik
Die Aktie fiel von einem Zwischenhoch bei 240 Dollar bis auf rund 80 Dollar und notierte zuletzt um 100 Dollar. Eine abgeschlossene Bodenbildung ist noch offen, aber das mittelfristige Chance-Risiko-Verhältnis wirkt attraktiver als vor dem Rückgang.
Einschätzung
Die Marktstimmung bleibt kurzfristig schwierig. Fundamental sprechen die genannten Wachstumsraten und die konservativen Prognosen aber für eine bessere Ausgangslage, als der Kursverlauf derzeit zeigt.

