
Südkorea setzt zeitweise die Emission gehebelter Einzelaktien-ETFs aus, um die mittlerweile stark schwankenden Kurse dort in den Griff zu bekommen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Verweis auf die dortige Aufsichtsbehörde.
Insbesondere auf die Aktien der beiden Chip-Giganten SK Hynix und Samsung gewannen derartige ETFs bei den Investoren des Landes massiv an Popularität. Marktteilnehmer beschweren sich jedoch, dass diese Vehikel die Volatilität der Werte anfacht, weil die ETFs ständig umschichten müssen, um ihre Hebelwirkung zu bewahren.
Laut Bloomberg gebe es seit zwei Monaten mehr als ein Dutzend solcher ETFs, welche die tägliche Kursbewegung um den Faktor zwei verstärken.
Schwankungsbreite nahm zuletzt massiv zu
Tatsächlich hat die Volatilität – die Schwankungsbreite der Kurse – in den vergangenen Monaten zugelegt, und zwar massiv. Zusammen dominieren SK Hynix und Samsung den Markt für Speicherchips, welche nach Hochleistungsprozessoren zum nächsten Flaschenhals im Wettrennen um KI-Rechenkraft wurden.
Noch im zweiten Halbjahr 2025 beispielsweise betrug die durchschnittliche absolute Kursbewegung bei SK Hynix rund 1,9 Prozent. Seit Jahreswechsel ist dieser Mittelwert auf über drei Prozent angestiegen, gemessen am in Deutschland handelbaren GDR. Vor kurzem erfolgte eine massiv überzeichnete Zweitnotiz des Konzerns in den USA als sogenannter ADR.
Ähnlich sieht es bei Samsungs Aktie aus. Hier stieg die durchschnittliche tägliche Kursveränderung sogar von 3,5 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf 5,1 Prozent im bisherigen Börsenjahr 2026 an. Den südkoreanischen Aufsichtsbehörden zufolge werde das Verbot der Neuauflagen solcher ETFs solange bestehen bleiben, bis sich der Markt ausreichend stabilisiert.
Darüber hinaus verdreifachen die Aufseher die Summe, die Anleger in ihrem Depot vorhalten müssen, um diese ETFs zu handeln, auf 30 Millionen Won, was einem Gegenwert von 17.700 Euro entspricht. Diese Auflage wird voraussichtlich am 5. August in Kraft treten. Weitere Maßnahmen sehen beispielsweise vor, die Mindestanzahl handelbarer Stücke zu erhöhen.
Experten begrüßen das Vorgehen der Marktaufseher. „Aus der Perspektive der Kleinanleger dürften diese strikteren Vorschriften einen positiven Effekt darauf haben, die kurzfristige Volatilität einzudämmen“, kommentierte ein Aktienmarktstratege in der Hauptstadt Seoul gegenüber Bloomberg.
Mit einer Gesamt-Marktkapitalisierung von 4,1 Billionen US-Dollar ist Südkoreas Börse mittlerweile einer der größeren Märkte weltweit, durch den KI-Boom aber ebenso einer der turbulentesten. Der marktbreite Kospi dort notiert seit Jahresbeginn immer noch 58 Prozent im Plus, hatte sich zwischenzeitlich aber mehr als verdoppelt.





