Alphabet: Warum Gemini-Verzug für mich kein Problem ist
Alphabet geriet nach der Verzögerung von Gemini 3.5 Pro unter Druck. Die Verzögerung ändert wenig an der übergeordneten KI-Story, weil Alphabet seine Modelle in ein breites Produkt-Ökosystem integrieren kann.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Die Aktie startete zunächst stabil, fiel dann aber nach der Meldung zur Verzögerung von Gemini 3.5 Pro. Das schwache KI-Umfeld verstärkte die Reaktion. Vorbörslich konnte Alphabet einen Teil der Verluste wieder aufholen.
Die Verzögerung wirkt operativ weniger kritisch, als es die Kursreaktion vermuten lässt. KI-Modelle werden komplexer. Alphabet muss neue Modelle nicht isoliert veröffentlichen, sondern in Google Search, Google Maps, YouTube und weitere Produkte einbinden. Dieser Integrationsprozess braucht mehr Zeit als bei kleineren Anbietern.
Genau diese Produktlandschaft bleibt der entscheidende Vorteil. Für Nutzer und Unternehmen zählt am Ende nicht nur ein Benchmark-Vorsprung von wenigen Prozentpunkten. Entscheidend ist, wie einfach KI-Funktionen in bestehende Arbeits- und Alltagsprozesse einfließen.
Die Bewertung ist der wichtigste Gegenpunkt. Alphabet handelt mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 28. Damit ist die Aktie innerhalb der Magnificent 7 nicht billig. Meta mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 18 wirkte zuletzt günstiger.
Charttechnik
Der Wochenchart lässt noch Spielraum nach unten. Interessant wird ein Cluster aus letzter Trendlinie und vorherigem Zwischenhoch. Dort liegt ein wichtiges Unterstützungsniveau, an dem größere Rücksetzer attraktiv werden können.
Martins Einschätzung
Zwei bis vier Wochen Verzögerung bei Gemini 3.5 Pro sind kein Bruch der Investment-Story. Größere Rücksetzer bleiben Kaufgelegenheiten, solange der übergeordnete Trend und der Produktvorteil intakt bleiben.

