BASF-Chef: EU-Pläne zur ETS-Reform gehen an Realität vorbei
Berlin, 17. Jul (Reuters) - Europas größter Chemiekonzern BASF hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des Emissionshandels mit CO2-Vermschmutzungsrechten scharf kritisiert. "Der Vorschlag der EU geht an der Realität der Unternehmen vorbei", erklärte BASF-Markus Kamieth am Freitag. "Was wir brauchen, sind schnelle Erleichterungen, keine zusätzlichen Belastungen und noch mehr Bürokratie." Insbesondere der Plan, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten an Investitionsvorhaben zu knüpfen, spiegele nicht die Marktrealitäten wider. "Die Investitionsbedingungen bleiben schwierig, und weitere Erwägungen für wirtschaftlich bedingte Schließungen wahrscheinlich", warnte Kamieth.
Hintergrund ist ein am Freitag von der EU-Kommission vorgelegtes Reformpaket für den Emissionshandel (ETS) nach 2030. Damit soll die Industrie entlastet und zugleich der Weg zum Klimaziel 2040 geebnet werden. Kernpunkte sind eine Verlangsamung bei der Kürzung von CO2-Zertifikaten und milliardenschwere Förderprogramme. Die von Kamieth kritisierte Regelung sieht vor, dass Unternehmen die kostenlosen Zertifikate künftig nicht mehr vollständig zugeteilt bekommen. Stattdessen sollen sie an die Vorlage und Umsetzung von konkreten Investitionsplänen zur Dekarbonisierung geknüpft werden.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
