Gold: Warum ich unter 4.000 Dollar nicht mehr shorte
Gold fiel erstmals in diesem Jahr per Futures-Schlusskurs unter die Marke von 4.000 Dollar. Kurzfristig bleiben Realzinsen und ein möglicher Dollar-Anstieg Risiken, doch die Saisonalität spricht gegen neue Short-Positionen.
Martin Goersch
Was bewegt den Markt?
Der Goldpreis notierte in der Kasse bei rund 3.994 Dollar. Der Futures-Schlusskurs lag unter 3.980 Dollar und damit erstmals in diesem Jahr klar unter der Marke von 4.000 Dollar. Frühere Rücksetzer unter diese Marke wurden bis zum Schlusskurs wieder aufgeholt. Dieses Mal hielt der Bruch.
Der wichtigste positive Faktor bleibt die Saisonalität. Die typischen Verläufe seit 2000 und seit 2014 zeigen bis in das erste Quartal des kommenden Jahres hinein nach oben. Das spricht dafür, auf der Short-Seite vorsichtig zu werden.
Kurzfristig überwiegen dennoch Risiken. Erhöhte Ölpreise halten Inflationssorgen im Markt. Gleichzeitig können steigende Renditen am langen Ende der US-Zinskurve Gold belasten. Die hohe Refinanzierung der USA verlangt eine starke Nachfrage nach neuen Anleihen. Steigende Renditen können den Dollar stützen.
Ein Dollarindex von 104 bis 105 würde den Goldpreis kurzfristig zusätzlich unter Druck setzen. Die kommerziellen Hedger zeigen auf Drei-Jahres-Sicht eine neutrale Positionierung. Sie bauen noch keine klaren Long-Hedges auf.
Martins Einschätzung
Gold ist aktuell kein attraktiver Long-Trade, aber auch kein Markt für neue Short-Positionen. Der Bruch unter 4.000 Dollar belastet das Chartbild. Die starke Saisonalität und die neutrale Hedger-Position sprechen aber für Zurückhaltung statt Aktionismus.




