
Trotz des nach wie vor ungelösten Krieges zwischen den USA und dem Iran hat sich der Dax auch am Dienstag stabil gehalten. Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex um 0,1 Prozent auf 24.875 Punkte, nachdem er zu Wochenbeginn bereits geringfügig zugelegt hatte.
Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Dienstagvormittag um 0,1 Prozent auf 31.665 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent.
Aktuell bemühen sich zwar die Vermittler im Nahost-Krieg Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, allerdings dauern die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten an. "Die Lage in Nahost bleibt unberechenbar. Gegenseitige Angriffe und parallel dazu stattfindende Friedensbemühungen - wohin das Pendel als Nächstes ausschlagen wird, kann niemand verlässlich sagen", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Bafin untersucht Jungheinrich-Bilanz
Die Einleitung einer Prüfung des Halbjahresabschlusses durch die Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat die Aktien des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich in der ersten Handelsstunde am Dienstag unter Druck gesetzt. Die Papiere notieren mit einem Abschlag von rund vier Prozent bei 23,72 Euro.
Es liegen der Behörde zufolge konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass Jungheinrich gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat. Daher werden den Angaben zufolge der veröffentlichte verkürzte Abschluss zum 30. Juni 2025 und der zugehörige Zwischenlagebericht für das erste Halbjahr 2025 geprüft. Die Prüfung beziehe sich auf die Bewertung von Vermögenswerten, insbesondere von Mietgeräten und Vorräten, im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung des Russland-Geschäfts.
Der Experte Lucas Ferhani vom Analysehaus Jefferies rechnet zwar damit, dass die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2025 möglicherweise angepasst werden müssen, um eine Wertminderung vorzeitig zu berücksichtigen. Er schätzt die finanziellen Auswirkungen aber als recht begrenzt ein, da Bußgelder dieser Art - insbesondere angesichts der Größe des Konzerns - in der Regel geringfügig seien. Ähnliche Prüfungen durch die Bafin hätten in der Vergangenheit mehrere Wochen gedauert und nur in einer Minderheit der Fälle zu Feststellungen von Fehlern geführt.
Munich Re: Ausblick dämpft Kurs
Die seit Juni laufende Erholungsrally der Munich Re-Aktien ist am Dienstag ins Stocken geraden. Die Papiere fielen am Vormittag um 1,6 Prozent auf 508,20 Euro. Zuvor hatten sie aber auch - ausgehend vom Tief seit August 2024 - binnen eineinhalb Monaten um fast ein Fünftel zugelegt.
Munich Re-Finanzchef Andrew Buchanan sagte nun in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" mit Blick auf die Rückversicherung: "Im Rahmen der Arbeiten für den Halbjahresabschluss werden wir sehr genau auf das Geschäft in der Pipeline für das dritte und vierte Quartal schauen. Daraus wird sich ergeben, welche Prognose wir dem Markt geben."
Der Konzern scheine also seine Prognosen für die Schaden- und Unfallrückversicherung zu hinterfragen, so ein Händler. Allerdings überrasche das nur bedingt, nachdem es vom Unternehmen schon im Mai geheißen habe, dass es anspruchsvoller werde, das Umsatzziel von 40 Milliarden Euro in der Rückversicherung zu erreichen.
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