"Mehr Tempo, mehr Mut" - Initiative "Made for Germany" zieht Zwischenbilanz

Reuters · Uhr
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München, 21. Jul (Reuters) - ⁠Große Unternehmen und Investoren drängen die Bundesregierung zu weiteren Reformen. Die zuletzt beschlossenen Reformpakete hätten das Vertrauen ausländischer Investoren in Deutschland gestärkt, sagten Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Siemens-Chef Roland Busch am Dienstag in einer Zwischenbilanz der Initiative "Made for Germany", die vor einem Jahr ins Leben gerufen worden war. Nun gelte es, ‌nicht nachzulassen, betonte Sewing: "Wir brauchen mehr Tempo, mehr Mut - und das dauerhaft." Auf diese Schritte müssten unbedingt weitere folgen, etwa bei Steuern und am Arbeitsmarkt. "Wenn man mit der Geschwindigkeit der letzten ⁠Wochen so weitermacht, ⁠glaube ich, dass wir eine gute Chance haben", ergänzte Busch.

Sewing und Busch sind die Zugpferde der Initiative, die sich vor einem Jahr aus 61 deutschen Unternehmen und internationalen Investoren gebildet und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) damals 631 Milliarden Euro an Investitionen in Aussicht gestellt hatte. Inzwischen seien es 139 Mitglieder, die bis 2028 zusammen mehr als 800 Milliarden in Deutschland investieren wollten. "Wir wollten ein Zeichen setzen ‌für das Vertrauen der Wirtschaft in den Standort Deutschland", resümierte ‌Sewing. "Die Initiative zeigt Wirkung." Einige der angekündigten Investitionen - etwa in der Pharmabranche - seien aber auch wieder zurückgezogen worden, räumte Busch ein.

"MÜSSEN MEHR ARBEITEN"

Die geplanten Reformen der Bundesregierung deckten sich in großen Teilen mit den Forderungen von "Made ⁠for Germany", sagte Siemens-Chef Busch. Die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung sei deutlich enger geworden. Nun müssten ‌sie aber auch umgesetzt werden. "Wir bleiben auf dem Gaspedal", ⁠sagte Busch. Er sieht das größte Potenzial im Arbeitsmarkt. "In Summe müssen wir in einer überalternden Gesellschaft mehr arbeiten", forderte er. Dafür könnten auch steuerliche Anreize geschaffen werden. Eine Einschränkung der Teilzeitarbeit sei wohl der größte Hebel.

"Wir sind bei Steuern noch nicht da, wo ‌wir sein sollten", mahnte Deutsche-Bank-Chef Sewing an. Ausländische Investoren ⁠registrierten die Bemühungen der Bundesregierung aber genau. ⁠Vor allem die Rentenreform habe ihr Interesse an Deutschland belebt. "Wir sollten uns nicht zu negativ darstellen." Unternehmen, die in Deutschland investieren wollten, setzten stark auf Rechtsstaatlichkeit, das Bekenntnis zu Europa und den freien Handel. Wenn bei den Wahlen in einigen Bundesländern im Herbst extreme Parteien an die Macht kämen, wäre das "absolut negativ für Investoren", warnte er.

Siemens-Chef Busch wandte sich gegen eine Abschottung des deutschen und europäischen Markts gegen ausländische Konkurrenz. "Die Zollschranken lösen unsere strukturellen Probleme nicht." Nicht alles, was China nach Europa exportiere, sei übersubventioniert. Nur selektiv brauche es eine härtere Gangart gegenüber dem ⁠Riesenreich. Vielmehr sollten chinesische Firmen motiviert werden, in Deutschland zu investieren.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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