Lindt & Sprüngli verzeichnet sinkende Verkaufsmengen

(Reuters) - Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat im ersten Halbjahr dank kräftiger Preiserhöhungen mehr verdient, dabei aber einen Rückgang der Verkaufsmenge hingenommen. Der Umsatz stieg organisch um 4,3 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken, wie der Goldhasen-Hersteller am Dienstag mitteilte. Lindt erreichte damit das untere Ende seiner Jahresprognose. Der Konzern bestätigte sein Ziel, im Gesamtjahr organisch zwischen vier und sechs Prozent zu wachsen.
Analysten des Brokers Bernstein äußerten jedoch Bedenken, dass die Jahresziele in Gefahr geraten könnten, sobald die positiven Effekte der Preiserhöhungen nachlassen. Im ersten Halbjahr hatte der Edelschokoladenhersteller die Verkaufspreise um 11,8 Prozent angehoben. Dies führte allerdings zu einem Volumenrückgang von 7,5 Prozent. An der Schweizer Börse verloren die Titel von Lindt & Sprüngli 2,7 Prozent.
Konzernchef Adalbert Lechner kündigte gezielte Preisanpassungen und verstärktes Marketing an. "Die von uns gestarteten Maßnahmen zielen darauf ab, in der zweiten Jahreshälfte 2026 Volumen zu stabilisieren und den Grundstein für ein beschleunigtes Volumenwachstum im Jahr 2027 zu legen", betonte der Manager. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Lindt erwäge Preissenkungen, um den Absatz anzukurbeln. In Ländern mit den stärksten Volumenrückgängen seien gezielte Preis- und Werbemaßnahmen sowie punktuelle Preissenkungen geplant, um das Wachstum zu stimulieren.
Während Lindt & Sprüngli in Nordamerika und dem Rest der Welt zweistellige Zuwachsraten verbuchte, sank der organische Halbjahresumsatz in Europa um 2,1 Prozent. Gründe dafür waren ein schwächeres Ostergeschäft, eine gedämpfte Verbraucherstimmung sowie ein Rückgang des Tourismus aus Asien und dem Nahen Osten.
Lindt rechnet jedoch für die letzten sechs Monate des Jahres mit einer Beschleunigung des Wachstums in Europa. "Die Rückkehr zu Volumenwachstum ohne gleichzeitig zu viele Preiskonzessionen wird der Schlüsselfaktor für die Aktie in den nächsten Monaten sein", erklärte ZKB-Analyst Daniel Bürki.
Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich von Januar bis Juni marginal auf 260,2 Millionen Franken, was über den Erwartungen der Analysten lag. Die Ebit-Marge stieg auf 11,2 von elf Prozent im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer Verbesserung der Ebit-Marge um 20 bis 40 Basispunkte.




