GEA: Wieso die langweilige Dax-Aktie jetzt spannend wird
GEA liefert starke Zahlen für das zweite Quartal und hebt die Prognose an. Die Kombination aus höherem Auftragseingang, steigender Marge und günstigerer Bewertung macht die Aktie interessant.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
GEA gehört heute zu den stärksten Treibern im Dax. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 14,2 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 1,44 Milliarden Euro zu. Damit lag der Auftragseingang über dem Umsatz, die Book-to-Bill-Relation lag also leicht über eins. Das erhöht die Visibilität für die kommenden Quartale.
Auch die Profitabilität verbessert sich. Das Ebitda vor Restrukturierung stieg um 15,6 Prozent auf 250 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge kletterte von 16,5 auf 17,4 Prozent. Damit wächst GEA nicht nur, sondern verdient pro Euro Umsatz mehr.
Die Prognose wurde entsprechend angehoben. Beim organischen Umsatzwachstum erwartet GEA nun sechs bis acht Prozent statt zuvor fünf bis sieben Prozent. Die Ebitda-Marge soll 17,0 bis 17,4 Prozent erreichen, nachdem vorher 16,6 bis 17,2 Prozent avisiert waren. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital steigt in der Prognose von 34 bis 38 Prozent auf 36 bis 40 Prozent.
Die Bewertung bleibt dabei moderat. Das erwartete Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 17,5 und damit unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gleichzeitig liegen die erwarteten Gewinnzuwächse bei 19 Prozent im laufenden Jahr und 17 Prozent im kommenden Jahr. MWB Research hat das Kursziel nach den Zahlen von 73 auf 76 Euro angehoben und bleibt bei Kaufen.
Charttechnik
Die Aktie arbeitet an einem Ausbruch aus einer langfristigen Konsolidierung. Auf Monatsbasis zeigt sich eine bullische Flagge, auf Wochenbasis eine abgeschlossene ABC-Korrektur mit Doppeltief und steigender Trendlinie. Die Aktie notiert um 62 Euro, das MWB-Ziel von 76 Euro lässt damit spürbaren Spielraum.
Martins Einschätzung
GEA sieht auf den ersten Blick unspektakulär aus, liefert aber genau die Mischung, die im aktuellen Umfeld überzeugt: Wachstum, bessere Marge und eine vernünftige Bewertung. Der Bullcase ist intakt.
