Dax springt über 25.000 Punkte - SAP steigt fast zehn Prozent

Der Dax hat am Freitag die Marke von 25.000 Punkten wieder zurückerobert. Nach einem ohnehin freundlichen Handel zog der Leitindex des deutschen Aktienmarkts zum Handelsende nochmal an und baute sein Plus auf letztlich 1,36 Prozent aus. Er beendete die Woche somit bei 25.099 Punkten. Stützend wirkte sich dabei ein deutliches Kursplus beim Indexschwergewicht SAP aus.
Auf Wochensicht gewann der Dax etwa ein Prozent hinzu. Der MDax der mittelgroßen Werte legte mit 0,92 Prozent Plus ebenfalls merklich zu und schloss bei 31.965 Punkten. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbesserte sich um rund ein Prozent.
Derweil bleibt das Marktumfeld schwierig. Neue Sorgen um KI-Investitionen und Kriegshandlungen in Nahost bestimmen weiterhin das Bild am Aktienmarkt. US-Präsident Donald Trump setzte die Angriffe auf den Iran in der 13. Nacht in Folge fort und versucht im Konflikt um die Straße von Hormus den Druck zu erhöhen. Verschärft wurde die Lage zuletzt noch von Angriffen der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer.
"Von unbeschwerter Sommer-Sorglosigkeit kann an den Märkten weiterhin keine Rede sein", schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Das Börsenfahrwasser bleibe angesichts des Nahostkonflikts, wachsender KI-Zweifel und geldpolitischer Unwägbarkeiten rau. Die geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Teheran schüren dem Experten zufolge die Sorge vor neuen Belastungen für die Weltwirtschaft, während Anleger zugleich die hohen Bewertungen vieler KI-Unternehmen zunehmend kritisch hinterfragten.
Immerhin lag der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent zuletzt wieder deutlich unter 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Donnerstag war der Ölpreis erstmals seit Ende Mai über diese runde Marke geklettert und hatte damit die Inflationsängste weiter angeheizt.
SAP glänzt mit starken Cloud-Zahlen
An der Dax-Spitze zogen die Papiere des Softwarekonzerns SAP um beinahe zehn Prozent an. Der sogenannte Current Cloud Backlog, also der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand, übertraf die Analystenerwartungen. Der Experte Charles Brennan von Jefferies sieht darin ein Indiz für eine starke Auftragsentwicklung im zweiten Quartal. Die Kennziffer widerlege die zuletzt spürbare Zurückhaltung der Investoren.
Positive Nachrichten kamen auch von Atoss Software: Dieses Softwareunternehmen habe dank eines guten Cloud-Geschäftes bei der Profitabilität überrascht, sagte ein Händler. Die Papiere schnellten im Nebenwerteindex SDax um 9,4 Prozent nach oben.
Mit Blick auf die Autobranche hatte der VW-Konzern im zweiten Quartal noch etwas weniger verdient als im ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum. Zudem wurde der Umsatzausblick gekappt. Die Vorzugsaktien der Wolfsburger fielen am Dax-Ende um 2,4 Prozent.
Die Anteilsscheine von Adidas büßten 1,6 Prozent ein. Als Begründung verwiesen Händler auf Enttäuschung, dass es am Vorabend eine Woche vor dem Quartalsbericht keine positiven Eckdaten von dem Sportartikelkonzern gegeben habe. Deren Ausbleiben habe dann auch schon nachbörslich belastet.
Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hatte zwar im zweiten Quartal dank geringer Großschäden und guter Finanzgeschäfte überraschend viel Gewinn erzielt. Dennoch stiegen die Papiere nur leicht an. Die hohen Gewinne dürften im Gegenzug weiter auf die erzielbaren Rückversicherungsprämien drücken, schrieb Analyst Ben Cohen von der kanadischen Bank RBC.
Gold weiter im Seitwärtstrend
Der Euro gab nach Vortagsverlusten erneut nach. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1378 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch kurzzeitig über 1,14 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1377 (Donnerstag: 1,1392) Dollar fest.
Die Verschärfung im Krieg zwischen den USA und dem Iran samt deutlich gestiegener Ölpreise hatte dem Dollar am Vortag Auftrieb verliehen. Dieser wurde als sicherer Hafen gesucht. So hatte das Eingreifen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen in den Konflikt die Ölpreise weiter hochgetrieben. Eine Entspannung ist nicht in Sicht.
US-Präsident Donald Trump versucht im Konflikt, um die Straße von Hormus den Druck auf den Iran zu erhöhen. Während er das US-Militär in der nunmehr 13. Nacht in Folge Ziele in dem Land bombardieren ließ, kündigte Trump an, Schäden an Schiffen und Frachtgut würden von den USA ab sofort mit iranischem Geld beglichen.
Gold stieg moderat. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) zog um 0,64 Prozent auf 4.076 Dollar. Damit setzt sich die Seitwärtstendenz des Edelmetalls fort. Dabei orientiert sich der Kurs nun schon seit Anfang Juni an der 4.000-Dollar-Marke. Bei der jüngsten Zwischenerholung war Gold kurzzeitig bis auf 4.150 Dollar gestiegen.
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(mit Material von dpa-AFX)





