American Express: Wieso der Rücksetzer kaufbar wirkt
American Express verlor nach den Zahlen 4,3 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,53 Dollar rund zehn Cent über den Erwartungen. Der Umsatz blieb mit 19,6 Milliarden Dollar leicht unter Konsens. Die Kreditqualität bleibt aber stark und macht den Rücksetzer interessant.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
American Express lieferte ein gemischtes Quartal. Der Gewinn je Aktie stieg um elf Prozent auf 4,53 Dollar und übertraf die Erwartungen. Der Umsatz lag mit 19,6 Milliarden Dollar knapp unter den etwas mehr als 20 Milliarden Dollar, die der Markt erwartet hatte.
Der Grund für die Umsatzlücke liegt nicht in schwachen Kunden. Der Nettozinsertrag fiel niedriger aus als erwartet. Er erreichte 4,65 Milliarden Dollar, während der Konsens mindestens 4,68 Milliarden Dollar erwartet hatte. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Nettozinsertrag, gegenüber dem Vorquartal lag er leicht niedriger.
Die Umsatzprognose für 2026 steigt auf zehn Prozent Wachstum. Damit liegt sie am oberen Ende der alten Spanne von neun bis zehn Prozent. Die Gewinnprognose je Aktie blieb bei 17,30 bis 17,90 Dollar. Der Konsens liegt mit 17,70 Dollar innerhalb der Spanne, aber über deren Mittelwert.
Der stärkste Punkt bleibt die Kreditseite. Die Rückstellungen für Kreditverluste lagen bei 1,08 Milliarden Dollar. Der Konsens lag bei 1,37 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren es 1,41 Milliarden Dollar, im Vorquartal 1,25 Milliarden Dollar. Die Nettoabschreibungsquote blieb mit 2,2 Prozent stabil und verbesserte sich gegenüber 2,3 Prozent im Vorquartal.
Martins Einschätzung
Das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt wieder bei etwa 17,5. Dieses Niveau hat bei American Express mehrfach als guter Einstiegsbereich gedient. Die stabile Kreditqualität spricht dafür, den Rücksetzer für eine erste Position zu nutzen.




