
Eine Angriffspause der USA im Krieg mit dem Iran schiebt den Dax am Montag weiter an. Im frühen Handel stieg das Börsenbarometer um 1,4 Prozent auf 25.439 Punkte und knüpfte dank der fallenden Ölpreise an den freundlichen Wochenschluss von Freitag an. Das Rekordhoch kommt wieder in die Nähe, es datiert mit 25.900 Punkten von Anfang des Monats.
Ob es nun zu einem nachhaltigen Ausbruch komme, hänge jedoch maßgeblich davon ab, wie lange die Waffenruhe dieses Mal dauere und ob tatsächlich Fortschritte in den Gesprächen zu erkennen seien, erläuterte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um 1,2 Prozent auf 32.341 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um rund ein Prozent.
CXMT-Börsengang beflügelt Chipwerte
Ein Traum-Börsengang von CXMT in China hat zum Wochenstart auch hiesige Chipwerte angetrieben. Nach der ersten Handelsstunde lagen Infineon und Suss Microtec gegenüber dem Xetra-Schluss am Freitag bis zu 1,2 Prozent im Plus. Aixtron drehte nach leichten anfänglichen Gewinnen dagegen ins Minus und verlor 1,5 Prozent.
Der Hunger nach Computerchips im weltweiten Rennen um die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz ebnete dem chinesischen Hersteller CXMT einen glanzvollen Börsenstart. Zum Handelsbeginn sprangen die Papiere um mehr als 472 Prozent auf 49,50 Yuan in die Höhe. Im weiteren Handelsverlauf bauten sie das Plus auf bis zu 535 Prozent aus.
Gemessen am damit erreichten Börsenkurs von rund 55 Yuan wird CXMT mit rund 3,7 Billionen Yuan bewertet. Dies sind umgerechnet knapp 550 Milliarden Dollar. Damit ist der Chiphersteller auf einen Schlag zum wertvollsten Unternehmen Chinas geworden.
"Der Preis für den erfolgreichsten Börsengang des Jahres geht wohl nach China", kommentierte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Mit einer 222-fach überzeichneten Nachfrage seitens Privatanleger sei die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Börsengangs des Speicherchipherstellers bereits hoch gewesen.
Dass die Aktien in der Spitze auf 55 Yuan und damit um ein Vielfaches über den Emissionskurs von 8,66 Yuan steigen würden, stelle aber selbst die höchsten Erwartungen in den Schatten, so Stanzl. Anleger setzen darauf, dass CXMT Unternehmen "wie Micron, Samsung und SK Hynix erfolgreich Konkurrenz machen kann." In Seoul legten am Montag die Anteile von Samsung und SK Hynix ebenfalls deutlich zu.
Lufthansa profitiert vom fallenden Ölpreis
Von dem stark nachgebenden Ölpreis profitierten am Montag die Papiere der Fluggesellschaften. Im frühen Handel verteuerte sich Lufthansa um drei Prozent und Air France-KLM um 3,8 Prozent in Relation zu ihren Schlusskursen auf Xetra beziehungsweise an der Euronext vom Freitag. Ryanair stieg um vier Prozent.
Grund für den Ölpreisrückgang ist die Angriffspause des US-Militärs im Iran. Am Londoner Rohstoffmarkt fiel der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am Morgen auf zuletzt 90 US-Dollar. In der vergangenen Woche war der Preis in der Spitze auf über 100 Dollar geklettert.
"Das Öl unternimmt den ersten echten Versuch, wieder Diplomatie einzupreisen, nachdem US-Präsident das Ende einer Feuerpause erklärt hatte", schrieb Marktexperte Stephen Innes. Über sinkende Zinsen an den Kapitalmärkten bekämen Aktien und Anleihen Raum für eine Erholung.
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