Verizon: Warum Kundenzuwachs wichtiger ist als der Umsatz
Verizon reagierte mit einem Kursplus von 5,8 Prozent auf gemischte Quartalszahlen. Der Umsatz lag mit 34 Milliarden Dollar rund 850 Millionen Dollar unter den Erwartungen. Der Markt gewichtet die Kundenzahlen höher. Verizon gewann 184.000 Postpaid-Telefonkunden und 388.000 Breitbandkunden.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Verizon meldete im zweiten Quartal gemischte Zahlen. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,30 Dollar und damit drei Cent über den Erwartungen. Der Umsatz sank dagegen knapp ein Prozent gegenüber dem Vorjahr und verfehlte den Konsens um rund 850 Millionen Dollar.
Die Umsatzlücke kam vor allem aus dem Gerätegeschäft. Dieses Geschäft brach um fast 20 Prozent ein. Kunden nutzen Smartphones länger, und Verizon musste weniger Geräte subventionieren. Das belastet den Umsatz, verbessert aber die Qualität des Wachstums.
Die Serviceumsätze stiegen um 2,8 Prozent auf 23,4 Milliarden Dollar. Noch wichtiger sind die Nettozugänge. Verizon gewann 184.000 Postpaid-Telefonkunden. Das war der stärkste Wert seit fünf Jahren. Dazu kamen 388.000 Breitbandkunden. Insgesamt erreichte Verizon mehr als eine halbe Million Nettozugänge in Mobilität und Breitband.
Diese Entwicklung erklärt die positive Kursreaktion. Verizon wächst wieder bei Kunden, ohne dafür teure Geräteförderung einsetzen zu müssen.
Charttechnik
Die Aktie steht an einem entscheidenden Widerstandsbereich. Gelingt der Ausbruch über das alte Zwischenhoch, öffnet sich der Weg in Richtung 50 Dollar und später in Richtung neuer Hochs.
Martins Einschätzung
Die Umsatzverfehlung wirkt weniger problematisch, weil Verizon die Kundenbasis stärkt. Die starke Nettozugangs-Dynamik spricht dafür, dass die jüngste ABC-Korrektur verarbeitet ist.




