Amkor: Warum der Abverkauf übertrieben wirkt
Amkor liefert starke Quartalszahlen und wird trotzdem hart verkauft. Der Markt bestraft hohe Investitionsausgaben und die schwache Stimmung im Halbleitersegment.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Amkor erzielte 70 Cent Gewinn je Aktie. Das entspricht einem Anstieg um 218 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt 22 Cent über den Erwartungen. Der Umsatz stieg um 26 Prozent und übertraf die Schätzungen um 80 Millionen Dollar.
Auch der Ausblick zeigt operative Stärke. Für das dritte Quartal erwartet Amkor 1,95 bis 2,05 Milliarden Dollar Umsatz. Das liegt etwas unter dem Konsens. Der erwartete Gewinn je Aktie von 72 bis 82 Cent liegt aber über den ursprünglichen Marktschätzungen. Die Bruttomarge soll 18,5 bis 19,5 Prozent erreichen, während der Markt nur etwas mehr als 16 Prozent erwartet hatte.
Der Belastungsfaktor sind die Investitionen. Amkor plant 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar Investitionsausgaben. Bei rund 1,9 Milliarden Dollar Quartalsumsatz ist das ein sehr hoher Betrag. Der Markt reagiert in der aktuellen Halbleiter-Schwäche besonders empfindlich auf solche Kapitalbedarfe.
Advanced Packaging und Testing bleiben wichtige Zukunftsbereiche. Die Nachfrage dürfte in den kommenden Quartalen weiter hoch bleiben, auch wenn einzelne Chiphersteller versuchen, bestimmte Verfahren zu umgehen.
Charttechnik
Die Aktie hat vom Hoch rund 44 Prozent verloren und läuft auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt zu. Dort treffen zusätzlich alte Hochs aus dem Januar und Februar als Unterstützung auf den Kurs. Etwas weiteres Abwärtspotenzial bleibt, aber der Ausverkauf nähert sich einem wichtigen Bereich.
Martins Einschätzung
Amkor ist mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 26 kein Schnäppchen. Der Fünfjahresschnitt lag eher bei 16. Trotzdem kann die Aktie stark profitieren, sobald sich die Stimmung im Halbleitersegment verbessert.




