Mercedes-Benz: Warum China die Erholung begrenzt
Mercedes-Benz überzeugt mit höherem Gewinn trotz sinkender Umsätze. Die Sparmaßnahmen wirken, doch China bleibt der zentrale Belastungsfaktor und begrenzt das Potenzial der Aktie.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Mercedes-Benz legte nach den Quartalszahlen um mehr als drei Prozent zu. Der Umsatz sank um 3,5 Prozent, der Gewinn stieg dennoch deutlich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 20 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg um 13,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
Die operative Pkw-Marge erreichte 4 Prozent. Diese Verbesserung kommt vor allem aus niedrigeren Kosten. Die Sparprogramme greifen, gleichen die schwächere Umsatzentwicklung aber nur zeitweise aus. Langfristig braucht Mercedes wieder höhere Erlöse und bessere Margen.
China bleibt das größte Problem. Die Nachfrage nach Mercedes-Fahrzeugen geht dort weiter zurück. Zusätzlich belasteten Abschreibungen auf chinesische Joint Ventures von rund 700 Millionen Euro. Wegen der schwachen Umsätze in China senkte Mercedes die Umsatzprognose. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatz leicht unter Vorjahr.
Positiv entwickelt sich der Bereich Elektrofahrzeuge. Das Wachstum kommt allerdings von einer niedrigen Basis. Die Ebit-Prognose bleibt bestätigt, was die Wirkung der Kostensenkungen unterstreicht.
Charttechnik
Die Aktie erreicht bei 48 Euro einen starken Widerstand. Das letzte Zwischenhoch liegt knapp unter 50 Euro. Solange Mercedes darunter notiert, bleibt die Erholung charttechnisch nur eine Gegenbewegung in einem übergeordnet schwachen Trend.
Martins Einschätzung
Die hohe Dividendenrendite wirkt attraktiv, reicht aber nicht als Kaufargument. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist bereits wieder auf etwa acht gestiegen. Solange China schwach bleibt, gehört Mercedes für mich noch nicht ins Portfolio.




