Navitas: Warum mir das Risiko noch zu hoch ist
Navitas wächst in Hochleistungsmärkten, bleibt aber verlustreich. Die Aktie ist nach dem starken Anstieg wieder zurück am Startpunkt und bleibt in einem schwachen Halbleiterumfeld riskant.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Navitas Semiconductor meldete einen Verlust von 4 Cent je Aktie und traf damit ungefähr die Erwartungen. Der Umsatz sank um 27 Prozent, lag aber leicht über den Schätzungen. Die Bruttomarge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 39,5 Prozent.
Operativ bleibt Navitas unter Druck. Der Betriebsverlust lag bei rund 11,4 Millionen Dollar. Gleichzeitig steigen die Betriebsausgaben weiter, vor allem für Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen will sich künftig stärker auf Hochleistungsanwendungen konzentrieren und klassische mobile Chipbereiche aus dem Programm nehmen.
In diesen Hochleistungsmärkten wuchsen die Umsätze um mehr als 50 Prozent. Daraus leitet sich die Erwartung hoher Umsatzwachstumsraten zwischen 56 und 82 Prozent ab. Das Problem: Dieses Wachstum schlägt noch nicht ausreichend auf bessere Gewinne durch.
Zusätzlichen Druck brachte eine Kapitalaufnahme von etwas mehr als 370 Millionen Dollar. Für eine kleine und weiter verlustreiche Halbleiteraktie wie Navitas wiegt das in der aktuellen Marktphase schwer.
Charttechnik
Die Aktie stieg in den vergangenen zwölf Monaten von etwa 8,75 Dollar bis fast 30 Dollar und fiel anschließend wieder in Richtung der alten Ausgangszone zurück. Der Bereich um 10 Dollar und die alten Hochs vom Jahresanfang machen die Aktie wieder interessanter.
Martins Einschätzung
Navitas bleibt nicht die erste Wahl im Halbleitersegment. In einem fragilen Umfeld bieten größere Unternehmen das bessere Chancen-Risiko-Verhältnis. Navitas kann sich erholen, bleibt aber deutlich spekulativer.




