Boeing: Der Chart hellt sich trotz Verlust auf
Boeing liefert ein gemischtes Quartal. Der Umsatz steigt um acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar, der Verlust je Aktie fällt mit 76 Cent aber höher aus als erwartet. Der Chart verbessert sich dennoch. Die Aktie hat Raum bis etwa 240 Dollar, solange die Risiken aus Festpreisverträgen beherrschbar bleiben.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Boeing wächst wieder beim Umsatz. Die Erlöse steigen um acht Prozent auf 24,6 Milliarden Dollar und liegen leicht über den Erwartungen. Die Gewinnseite enttäuscht jedoch: Der Verlust je Aktie sinkt gegenüber dem Vorjahr, liegt mit 76 Cent aber klar über den erwarteten 45 Cent.
Institutionelle Investoren bauen ihre Positionen seit mehreren Quartalen aus. Fünf Quartale in Folge steigt die Zahl der Fonds, die Boeing im Portfolio halten. Der Markt preist damit zunehmend ein, dass der schlimmste operative Teil der Krise hinter dem Unternehmen liegt.
Der Auftragsbestand bleibt kein Problem. Mehr als 6.200 Flugzeuge warten auf Produktion und Auslieferung. Entscheidend ist deshalb nicht die Nachfrage, sondern die Ausführung.
Was belastet Boeing?
Die Profitabilität bleibt schwierig. Besonders hart trifft Boeing der Festpreisvertrag für Air Force One über 3,9 Milliarden Dollar. Das Programm liegt rund vier Jahre hinter Plan und hat Kostenüberschreitungen von mehr als einer Milliarde Dollar verursacht.
Im abgelaufenen Quartal kommen dadurch weitere Belastungen von 280 Millionen Dollar hinzu. Auch andere Festpreisaufträge im Rüstungsbereich leiden unter Verzögerungen, steigenden Materialkosten und höheren Löhnen.
Charttechnik
Die Aktie bildet fallende Hochs und steigende Tiefs aus. Dadurch entsteht ein Dreieck. Weil Boeing von unten in diese Formation gelaufen ist, steigen die Chancen auf einen Ausbruch nach oben.
Martins Einschätzung
Die Aktie hat zunächst Platz bis etwa 240 Dollar. Mehr ist im Moment schwer zu begründen, weil Profitabilität und Projektrisiken weiter belasten.




