Nordex: Wieso ich den Turnaround jetzt ernst nehme
Nordex liefert im zweiten Quartal ein deutlich profitableres Geschäft. Der Umsatz steigt um 16 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro, das Ebitda klettert auf rund 224 Millionen Euro. Der Auftragseingang und die Netto-Cash-Position stützen den Investment-Case. Die bestätigte Jahresprognose wirkt nach diesen Zahlen eher konservativ.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Nordex zeigt im zweiten Quartal den operativen Turnaround, auf den der Markt lange gewartet hat. Der Umsatz wächst auf Jahressicht um 16 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro. Noch wichtiger ist die Gewinnentwicklung: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen steigt auf rund 224 Millionen Euro und damit auf eine Marge von mehr als zehn Prozent.
Diese Marke erreicht Nordex erstmals. Sie zeigt, dass höhere Volumina, bessere Projektsteuerung und gesunkene Kosten inzwischen im Ergebnis ankommen. Das Nettoergebnis liegt bei mehr als 111 Millionen Euro. Damit wächst die Gewinnseite deutlich schneller als der Umsatz.
Auch der Auftragseingang bleibt stark. Nordex gewinnt neue Aufträge von rund drei Milliarden Euro; der projektbezogene Auftragseingang steigt um etwa ein Drittel. Der Auftragsbestand liegt bei 18,4 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel entfallen auf Projekte, ein Drittel auf das besser planbare Servicegeschäft.
Der freie Cashflow erreicht im zweiten Quartal 164 Millionen Euro. Die Netto-Cash-Position steigt auf 1,67 Milliarden Euro, die Eigenkapitalquote liegt über 20 Prozent. Diese Bilanz gibt Nordex Spielraum für weiteres Wachstum.
Charttechnik
Die Aktie hat ihre übergeordnete Aufwärtsbewegung zuletzt in einer ABC-Konsolidierung verarbeitet. Der kurze Rutsch unter das letzte Tief bei 37,50 Euro wurde schnell zurückgekauft.
Damit verbessert sich die Ausgangslage. Aus charttechnischer Sicht kann die Aktie wieder in den oberen 40er-Bereich laufen.
Martins Einschätzung
Nordex kombiniert ein stärkeres Kerngeschäft, eine robuste Bilanz und eine bestätigte Jahresprognose. Der Kursanstieg von rund 6,5 Prozent trotz unverändertem Ausblick spricht dafür, dass der Markt weitere Prognoseanhebungen für möglich hält.




