SK Hynix: Der Absturz passt nicht zu den Zahlen
SK Hynix fällt trotz starker operativer Entwicklung massiv. Die Aktie verliert in Südkorea zeitweise mehr als 20 Prozent und kommt nach 23 Handelstagen auf rund 58 Prozent Rückgang. Die Zahlen rechtfertigen diesen Absturz nicht. Umsatz, operativer Gewinn und Nettogewinn wachsen im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal deutlich.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
SK Hynix leidet unter einem extremen Positionsabbau. In Südkorea fällt die Aktie innerhalb von 23 Handelstagen um rund 58 Prozent. Gehebelte Positionen, Margin Calls und ETF-Rebalancing verstärken die Bewegung.
Der operative Hintergrund sieht deutlich besser aus. Der Umsatz steigt vom ersten auf das zweite Quartal 2026 um 51 Prozent. Der operative Gewinn legt um 61 Prozent zu, der Nettogewinn um 133 Prozent. Auf Jahressicht liegen die Wachstumsraten sogar im dreistelligen Bereich.
Die Profitabilität erreicht Rekordwerte. Die Bruttomarge liegt bei 83 Prozent, die Ebitda-Marge bei 81 Prozent. Das gehört zu den stärksten Gewinnprofilen im Technologiesektor.
Die Enttäuschung liegt in einem leichten Umsatz- und Gewinn-Miss gegenüber sehr hohen Analystenerwartungen. Diese Erwartungen waren aus meiner Sicht überzogen.
Was kommt als Nächstes?
Der Umsatz-Miss hängt vor allem am Produktmix. SK Hynix verkaufte im abgelaufenen Quartal noch überwiegend HBM3, das günstiger ist als HBM4. Der HBM4-Ramp-up startete später als erwartet, läuft nun aber in Richtung Vollproduktion.
Im laufenden Quartal sollten höhere HBM4-Volumina und bessere Preise den Umsatz stärker treiben. Dadurch kann das nächste Quartal besser ausfallen als der Markt derzeit annimmt.
Martins Einschätzung
Der schlimmste Teil der Zwangsliquidationen dürfte bald vorbei sein. Die Aktie ist deutlich mehr wert, als der aktuelle Kurs zeigt. Zu den aktuellen Kursen würde ich eher Positionen aufbauen als abbauen.




