Microsoft: Wieso Azure die Tech-Sorgen senkt
Microsoft ist der Lichtblick unter den großen Tech-Aktien. Umsatz, Gewinn und Cloud-Wachstum lagen deutlich über den Erwartungen. Vor allem Azure beschleunigte weiter. Die Aktie muss charttechnisch noch Arbeit leisten, doch fundamental liefert Microsoft die richtigen Signale.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Microsoft erzielte ein Rekordquartal mit 90 Milliarden Dollar Umsatz. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent. Der Umsatz lag rund 2,4 Milliarden Dollar über dem Konsens.
Der Gewinn je Aktie erreichte 4,74 Dollar. Erwartet waren 4,24 Dollar. Damit schlug Microsoft die Erwartungen um 50 Cent.
Die Microsoft Cloud erzielte 59,3 Milliarden Dollar Umsatz und wuchs um 27 Prozent. Azure legte um 43 Prozent zu und beschleunigte damit weiter. Im Segment Intelligent Cloud stieg der Umsatz um 32 Prozent und übertraf den Konsens.
Auch die langfristige Nachfrage bleibt sichtbar. Microsoft nahm neue Leasingverträge über 130 Milliarden Dollar auf. Die noch nicht gestarteten Leasingverpflichtungen summieren sich inzwischen auf 330 Milliarden Dollar nach 167 Milliarden Dollar im Vorquartal. Die Laufzeiten reichen von einem bis zu 20 Jahren.
Zusätzlich verlängerte Microsoft die Nutzungsdauer von Büros und Rechenzentren von 15 auf bis zu 25 Jahre. Das kann sich 2027 positiv auf die Ergebnisrechnung auswirken. Goldman Sachs prüft außerdem eine neue Finanzierung über 5,4 Milliarden Dollar.
Charttechnik
Die Aktie bleibt auf Jahressicht noch in einer übergeordneten Abwärtssequenz. Im positiven Szenario bildet sich ein Doppeltief, doch der Kurs muss die Sequenz erst brechen.
Martins Einschätzung
Microsoft investiert viel, aber die Nachfrage rechtfertigt diese Investitionen. Azure und die Cloud-Verpflichtungen zeigen, dass die KI-Infrastruktur ausgelastet werden dürfte. Die Aktie gefällt wieder besser.




