Samsung: Wieso der Speicherboom stärker zählt
Samsung lieferte ein Rekordquartal im Speicherbereich, doch die Aktie reagierte schwach. Der operative Gewinn lag über den Erwartungen, während der Markt weiter von Zwangsverkäufen in gehebelten Produkten geprägt wirkt. Die Nachfrage nach KI-Speicher bleibt extrem hoch. Samsung sieht frühestens 2028 nennenswerte neue Kapazitäten und erwartet 2027 noch stärkere Engpässe.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Samsung steigerte den Gewinn im Jahresvergleich um 1.814 Prozent. Der Umsatz lag bei 119 Milliarden Dollar und damit knapp unter den Erwartungen von 119,7 Milliarden Dollar. Diese Verfehlung fällt im Kontext der Gewinnentwicklung kaum ins Gewicht.
Der operative Gewinn erreichte 62 Milliarden Dollar. Erwartet waren 61 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg auf rund 50 Milliarden Dollar, die Bruttomarge lag bei fast 70 Prozent. Die Halbleiterumsätze erreichten 88,4 Milliarden Dollar, davon entfielen 83,8 Milliarden Dollar auf Speicher. Der Speicherumsatz wuchs um 471 Prozent.
Der entscheidende Treiber bleibt die Nachfrage nach KI-Chips. Samsung meldete Rekordumsätze bei HBM, DRAM und NAND. Die HBM4-Verkäufe wurden in den vergangenen Wochen deutlich hochgefahren, erste HBM4E-Muster gingen an Großkunden.
Samsung rechnet mit rund dreieinhalb Jahren für den Aufbau neuer Produktionsstätten. Nennenswerte neue Ressourcen dürften deshalb frühestens 2028 an den Markt kommen. Bis 2027 sollen 60 bis 70 Prozent der Produktion bereits über langfristige Verträge vergeben sein.
Charttechnik
Die Aktie in Südkorea verlor am Vortag mehr als zehn Prozent. Der GDR hielt sich besser, rutschte aber ebenfalls kurz unter alte Zwischenhochs. Gelingt die schnelle Rückkehr über diese Zone, steigen die Chancen, dass die Tiefs bereits erreicht wurden.
Martins Einschätzung
Das Chance-Risiko-Verhältnis wirkt auf dem aktuellen Niveau attraktiv. Die heftigen Rücksetzer hängen stark mit Deleveraging und gehebelten Produkten zusammen. Fundamental spricht die Speicherknappheit weiter für Samsung.




