Vertiv: Wieso ich den 17-Prozent-Abverkauf nutze
Vertiv verlor nach den Zahlen 17 Prozent, obwohl die operative Entwicklung stark blieb. Der Umsatz verfehlte die Erwartungen leicht, doch Gewinn, Cashflow und Ausblick lagen höher. Die Aktie fiel unter wichtige Tiefs und unter den gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Fundamental wirkt der Abverkauf überzogen.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Vertiv erzielte 3,27 Milliarden Dollar Umsatz. Erwartet waren 3,38 Milliarden Dollar, damit lag die Verfehlung bei rund 110 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie erreichte 1,52 Dollar und lag neun Cent über den Erwartungen.
Das operative Ergebnis verbesserte sich um 44 Prozent, das bereinigte operative Ergebnis um 51 Prozent. Produktivität und Preissetzung stärkten die Profitabilität. Der operative Cashflow hat sich auf 1,1 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. Der freie Cashflow stieg um 234 Prozent.
Vertiv verfügt über 5,6 Milliarden Dollar Liquidität und erreichte erstmals eine hohe Netto-Cash-Position. Die Umsatzverfehlung begründete das Unternehmen mit Projektverschiebungen und Lieferkettenengpässen. Die Projekte für Strom- und Kühlsysteme werden größer und komplexer.
Für das dritte Quartal erwartet Vertiv in der Mitte der Spanne 3,75 Milliarden Dollar Umsatz. Der Konsens lag bei 3,71 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll in der Mitte bei 1,80 Dollar liegen, ebenfalls leicht über dem Konsens.
Charttechnik
Vom Hoch bis zum Tief verlor die Aktie mehr als 40 Prozent. Unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage ist kurzfristig Vorsicht angebracht. Der Bereich um 200 Dollar wäre bei einem weiteren Rückgang besonders interessant.
Martins Einschätzung
Der Abverkauf passt nicht zur operativen Entwicklung. Die Nachfrage nach Strom- und Kühlsystemen bleibt hoch, und der Kapazitätsausbau läuft. Erste Positionen sind auf dem aktuellen Niveau vertretbar; um 200 Dollar wäre Vertiv besonders attraktiv.




