
Eine beeindruckende Erholung von Technologieaktien in den USA und Asien hat auch dem deutschen Aktienmarkt am Freitag Auftrieb geben. Unterstützung kommt zudem von den weiter spürbar sinkenden Ölpreisen, auch wenn die Lage im Nahen Osten weiter angespannt ist.
Der Dax legte kurz nach dem Handelsstart um ein Prozent auf 25.870 Punkte zu und nähert sich damit zugleich auch seinem Rekordhoch, das er Anfang Juli bei 25.900 Punkten erreicht hatte. Tags zuvor erst hatte der deutsche Leitindex den Widerstand bei etwas über 25.550 Zähler überwunden. Auf Wochensicht und auf Monatssicht zeichnet sich ein deutliches Plus zwischen zwei bis drei Prozent ab.
Der MDax gewann 0,6 Prozent auf 32.417 Punkte und auch allgemein an Europas Börsen ging es aufwärts. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Euroregion, stieg um 0,8 Prozent auf 6.395 Punkte.
Aktien-Stratege Mislav Matejka von JPMorgan hob die bisher gut laufende Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks hervor. Das Gewinnwachstum sei besser als am Markt erwartet. Alle Sektoren in den USA und fast alle in Europa zeigten ein im Vergleich zum Vorjahresquartal höheres Wachstum beim Ergebnis je Aktie.
Analysten-Lob beflügelt Siltronic
Im weltweit erholten Technologiesektor stützen am Freitag positive Analystenurteile die Papiere von Siltronic zusätzlich. Im frühen Handel verteuerten sie sich um rund sieben Prozent auf 79,35 Euro verglichen mit dem Xetra-Schluss am Vortag. Die Aktien des Waferherstellers könnten mit diesem Zuwachs im Xetra-Hauptgeschäft ihre Kurslücke von Ende Juli schließen.
Vor dem Wochenende sprechen nun mit der Deutschen Bank und Kepler Cheuvreux zwei Häuser Kaufempfehlungen für Siltronic aus und strichen ihre neutralen Einstufungen. Die Bank of America (Bofa) gab zudem ihre negative Einschätzung auf und beurteilt die Aktien mit "Neutral".
Das zweite Quartal sei besser als erwartet verlaufen und die kurzfristige Nachfrage werde optimistischer eingeschätzt, schrieb Kepler-Analyst Florian Treisch. Er sieht nach dem Kursrückgang seit seiner Herabstufung der Aktien Anfang Juli für die Anteile wieder ein angemessenes Risiko/Ertrags-Profil.
Siemens Healthineers dreht ins Plus
Ein gesenkter Umsatzausblick für das Geschäftsjahr 2025/26 hat die Aktie von Siemens Healthineers am Freitag nur vorübergehend belastet: Nach einem anfänglichen Kursminus von drei Prozent drehte das Papier nach der ersten Handelsstunde ins Plus und notiert aktuell 1,3 Prozent höher bei 37,66 Euro.
Zwar hob der Medizintechnik-Hersteller seine bereinigte Gewinnprognose je Aktie an, doch der Grund waren nur positive Sondereffekte aus US-Steuerrückerstattungen. Dagegen senkte er angesichts eines schwachen Diagnostikgeschäfts im dritten Geschäftsquartal das Jahresumsatzziel 2025/26.
Das kam bei Anlegern und Analysten nicht so gut an. Doch Bernstein-Analystin Susannah Ludwig sah auch Positives. Sie hob auch den "sehr starken Auftragsbestand" hervor. Dieser dürfte für Zuversicht über eine neuerliche Wachstumsbeschleunigung im Bereich Bildgebung sowie über eine breitere Umsatzunterstützung in den kommenden Quartalen sorgen.
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