
Der Dax hat am Freitag nach einem anfangs klaren Gewinn bis knapp unter sein Rekordhoch den Rückwärtsgang eingelegt und ist kaum verändert aus dem Handel gegangen. Am Ende gewann der deutsche Leitindex 0,07 Prozent auf 25.629,24 Zähler, nachdem zeitweise weniger als zehn Punkte bis zur Bestmarke von 25.900 Zählern gefehlt hatten. Auf Wochensicht resultierte daraus ein Gewinn von 2,1 Prozent. Für den Monat Juli steht ein Anstieg von 2,5 Prozent zu Buche.
Die fehlende Marktbreite habe zu einem Verlust der Aufwärtsdynamik und zu Gewinnmitnahmen nach einer starken Börsenwoche geführt, sagte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Zusätzlich hätten die erneut gestiegenen Ölpreise angesichts der unverändert angespannten Lage im Nahen Osten auf die Stimmung gedrückt. Positive Impulse lieferte eine beeindruckende Erholung der Technologieaktien weltweit.
Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei vor allem auf starke Vorgaben von US-Unternehmen verwiesen wurde. Dort hatten jüngst erst Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten überzeugt.
Im Dax sprangen Infineon mit plus 3,7 Prozent an die Spitze. Im MDax gewannen Aixtron 5,3 Prozent und profitierten nicht zuletzt von einer Hochstufung der Bank Oddo BHF auf "Outperform". Für Siltronic ging es um 2,9 Prozent aufwärts. Gleich drei Analysehäuser hatten die Aktie des Waferherstellers nach starken Quartalszahlen vom Vortag hochgestuft.
Siemens Healthineers pendelten nach durchwachsenen Quartalszahlen sowie geänderten Jahreszielen zwischen kräftigen Gewinnen und Verlusten. Am Ende blieb ein Kursrückgang von 0,9 Prozent übrig.
Negativ ragten im MDax Schaeffler mit einem Minus von mehr als 12 Prozent heraus. Wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie strich der Auto- und Industriezulieferer seine mittelfristigen Geschäftsziele zusammen.
Hensoldt litten nach Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen und büßten 5,0 Prozent ein. Der Rüstungselektronik-Spezialist profitierte von der Aufrüstung der Nato-Staaten und verdoppelte den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten. Hensoldt ist aber laut JPMorgan-Analyst David Perry das "am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen", das er beobachte, auch wenn das Produktportfolio nach wie vor hervorragend sei. (mit Material von dpa-AFX)




