München, 31. Jul (Reuters) - Der Rüstungszulieferer Hensoldt hat den operativen Gewinn im ersten Halbjahr stärker gesteigert als den Umsatz und sitzt erstmals auf einem rekordhohen Auftragsberg von mehr als zehn Milliarden Euro. Allein im ersten Halbjahr kamen bei dem Optronik- und Sensor-Spezialisten von der Bundeswehr und aus anderen europäischen Staaten Aufträge über 2,8 Milliarden Euro herein, doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Darunter waren Eurofighter-Radare, die in der Ukraine eingesetzten TRML-4D-Flugabwehr-Radare sowie Großaufträge für die Optronik des Schützenpanzers Puma und des Radpanzers Schakal.
"Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben konkretisieren sich nun in unserem Auftragsbuch", sagte Vorstandschef Oliver Dörre am Freitag in Taufkirchen bei München. "Jetzt entscheidet die industrielle Umsetzung, wie schnell daraus reale Fähigkeiten werden." Die Herausforderung sei, Radare und Optiken in der benötigten Stückzahl schnell auszuliefern. Hensoldt baut derzeit seine Produktion massiv aus.
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) stieg auf 11,8 von 11,3 Prozent ein Jahr zuvor. Der operative Mittelabfluss (bereinigt Free-Cash-flow) war mit 136 (181) Millionen Euro geringer als im ersten Halbjahr 2025, weil Hensoldt mehr Anzahlungen verlangt. Normalerweise gehen Rüstungsunternehmen in Vorleistung, ehe die erreichten Meilensteine im vierten Quartal Zahlungen auslösen. Für das Gesamtjahr erwartet Hensoldt wie bisher einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro und eine bereinigte Ebitda-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent.
(Bericht von Alexander HübnerRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


