BP verdoppelt Gewinn und erhöht Dividende - Neue Chefin will mehr

Reuters · Uhr

London, 04. ⁠Aug (Reuters) - Der britische BP-Konzern reiht sich ein in die Riege von Ölriesen, die dank der hohen Öl- und Gaspreise horrende Gewinnsprünge verzeichnen. Der bereinigte Gewinn stieg im zweiten Quartal auf 5,73 Milliarden Dollar, ein Plus von 144 Prozent, und übertraf damit die von Analysten ‌erwarteten 5,11 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Die Aktionäre sollen mit einer um vier Prozent erhöhten Dividende von 8,66 Cent je Aktie am Erfolg ⁠beteiligt werden.

Die ⁠großen Ölkonzerne profitieren seit Monaten von den Marktturbulenzen, die durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurden und zu einer Verknappung des weltweiten Angebots geführt haben. Das ließ den Ölpreis steigen und die Gewinne bei Konzernen wie Shell, Exxon Mobil oder Aramco sprudeln. Der saudiarabische Branchenprimus verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnsprung von ‌44 Prozent auf 32,69 Milliarden Dollar. Wegen der Kämpfe ‌musste Aramco seine Exporte umleiten, um die vom Iran blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise zuletzt durch die Ankündigung der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, nun ⁠auch die Lieferrouten im Roten Meer zu blockieren.

Die neue BP-Konzernchefin Meg O'Neill, die seit ‌April im Amt ist, schlug selbstkritische Töne an ⁠und stellte eine Neuausrichtung in Aussicht. "Wir schöpfen unser Potenzial nicht aus", sagte sie. "Unsere Leistung in den vergangenen Jahren hat unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt, geschweige denn die unserer Aktionäre." Sie legte fünf Prioritäten für BP fest, die ‌unter anderem eine Stärkung der Bilanz, eine ⁠Vereinfachung des Portfolios und eine höhere Investitionsdisziplin ⁠umfassen, um die Ertragskraft des Konzerns zu verbessern.

Teil des neuen Kurses sei eine weitere Abkehr von der bisherigen Erneuerbare-Energien-Strategie. So habe BP den Verkauf seines US-Biogas-Geschäfts Archaea eingeleitet, das erst 2022 für 4,1 Milliarden Dollar erworben worden war. Am Freitag hatten die Briten den Rückzug aus der Öl- und Gasförderung in der heimischen Nordsee angekündigt. Für das laufende Jahr rechnet BP nun mit Investitionen in Höhe von 13,5 bis 14 Milliarden Dollar, was über den bisherigen Planungen liegt.

(Bericht von Stephanie ⁠Kelly und Shadia Nasralla, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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