Ichor: Diesen Rücksetzer finde ich kaufbar
Ichor Holdings reagierte nach den Zahlen zunächst schwach, erholt sich aber schnell. Der Rücksetzer trifft ein interessantes Chartniveau, während die Bilanz nach einer Kapitalerhöhung deutlich robuster wirkt.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Ichor Holdings liefert hochpräzise Flüssigkeits- und Gasversorgungssysteme für Chipfertigungsanlagen. Das Unternehmen hängt damit direkt am Investitionszyklus der Halbleiterindustrie und der KI-Infrastruktur.
Der Umsatz stieg im Quartal um 23 Prozent. Der Gewinn je Aktie sprang von drei Cent auf mehr als 30 Cent. Das Ergebnis lag rund zehn Prozent über den Erwartungen. Der Umsatz blieb dagegen etwa fünf Millionen Dollar unter dem Konsens. Deshalb fiel die erste Marktreaktion nachbörslich negativ aus.
Auch der Cashflow bleibt ein Gegenpunkt. Der operative Cashflow lag mit rund minus einer Million Dollar leicht im negativen Bereich. Der Lageraufbau erklärt einen wichtigen Teil dieser Belastung. In den nächsten zwei Quartalen kann sich der freie Cashflow deshalb verbessern.
Ein großes Risiko ist bereits reduziert. Ichor hat ein umfangreiches At-the-Market-Programm abgeschlossen und rund 2,5 Millionen Aktien zu durchschnittlich etwa 80 Dollar ausgegeben. Damit nahm das Unternehmen ungefähr 200 Millionen Dollar ein. Die Barmittel stiegen auf mehr als 250 Millionen Dollar.
Charttechnik
Die Aktie fiel von 113 Dollar bis knapp 60 Dollar zurück. Dieser Rücksetzer traf den Bereich alter Tiefs. Steigt der Kurs über die Hochs der vergangenen Handelstage, entsteht ein konstruktives Signal.
Martins Einschätzung
Nach einem Kursanstieg von rund 300 Prozent seit Jahresbeginn ist ein starker Rücksetzer normal. Die Kombination aus hohen Gewinnsteigerungen, besserer Bilanz und institutionellem Interesse macht die Aktie auf diesem Niveau wieder interessant.




