Britische Großbank

HSBC erhöht Sparziel nach deutlichem Gewinnplus

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: William Barton / Shutterstock.com

Die britische Großbank HSBC nimmt sich nach einem überraschend guten Quartal höhere Einsparungen vor. HSBC-Chef Georges Elhedery will die jährlichen Kosten des auf Asien fokussierten Geldhauses statt um 1,5 Milliarden jetzt um 2 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro) senken, wie die Bank am Dienstag in London und Hongkong mitteilte. Zudem nimmt die Bank den Rückkauf eigener Aktien wieder auf.

Anleger reagierten unentschieden auf die Neuigkeiten. Nachdem die HSBC-Aktie in Hongkong zeitweise ein Rekordhoch erreicht hatte, verlor sie in London am Vormittag zuletzt 1,4 Prozent.

Im zweiten Quartal verdiente HSBC mehr als erwartet. Die Erträge stiegen im Jahresvergleich um 16 Prozent auf gut 19,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn vor Steuern wuchs um 60 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen bei diesen beiden Kenngrößen. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 7,7 Milliarden Dollar, zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

Elhedery hat seit seinem Antritt an der HSBC-Spitze im Jahr 2024 einen radikalen Umbau der Bank eingeleitet. Er strich tausende Jobs und stieß mehrere Geschäftsbereiche ab oder machte sie dicht. Allein im vergangenen Jahr trennte sich der Konzern von 15 strategisch unwichtigen Geschäftsbereichen. In den vergangenen Tagen kamen drei Verkäufe hinzu, darunter der Verkauf der Versicherungstochter in Singapur an den deutschen Versicherer Allianz.

"Wir führen derzeit zügig eine Überprüfung jener Geschäfte durch, die entweder eine geringe Rendite abwerfen oder nicht strategisch relevant sind", sagte Elhedery. Dabei gehe die HSBC-Spitze davon aus, dass die Bank ihr Zielprofil und ihre angestrebte geografische Präsenz bald erreichen kann.

HSBC will Aktien zurückkaufen

Die HSBC erzielt den größten Teil ihrer Erträge und Gewinne in Asien. Elhedery setzt auf den Ausbau des Geschäfts in dieser Region. Zuletzt hatte die Bank die Komplettübernahme ihrer Hongkong-Tochter für 14 Milliarden Dollar angekündigt. Wegen der Kaufsumme hatte das Geldhaus in den vergangenen Monaten keine eigenen Aktien vom Markt zurückgekauft.

Jetzt ist die Bank aus Sicht des Managements wieder mit genügend Kapital ausgestattet, um eigene Anteile vom Markt zu nehmen. Das neue Programm zum Aktienrückkauf hat ein Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar.

Unterdessen rechnet die HSBC-Führung für 2026 mit einem etwas höheren Zinsüberschuss: Die bisherige Zielmarke von 46 Milliarden Dollar soll nun das Minimum sein.

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