Erste Quartalszahlen heute Abend

SpaceX-Zahlen dürften viel Schwankung bringen

onvista · Uhr
Thema: KI

Am Dienstagabend legt SpaceX erstmals Zahlen als Börsenkonzern vor. Was die Märkte dabei erwarten und warum du mit Kursschwankungen rechnen musst.

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Ein Raketenstart von SpaceX
Quelle: Adobe.com/Bluee

Beim Weltraum- und KI-Konzern SpaceX folgten auf den fulminanten Börsengang im Juni merkliche Verluste. Wer die Aktie gezeichnet und bis jetzt behalten hat, liegt klar im Minus. Und es dürfte turbulent bleiben, wenn der Konzern heute Abend erstmals Quartalszahlen vorlegt.

Um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit öffnet SpaceX die Bücher. Wir erklären, worauf du dich einstellen kannst.

Was von SpaceX erwartet wird

Bereits vor dem Börsengang (IPO) war klar, dass SpaceX fundamental im Grunde ordentlich wächst – und so auch die Kosten. So fiel im vergangenen Jahr ein Verlust von fast fünf Milliarden Dollar an, bei Gesamtjahresumsätzen von 18,7 Milliarden Dollar.

Das blieb auch im ersten Quartal 2026, noch vor dem IPO, so. 4,7 Milliarden Dollar erlöste SpaceX in den ersten drei Monaten, aufgrund enormer Kosten blieb dennoch ein Netto-Minus von 4,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Verlust von 1,27 Dollar je Aktie.

Analystenschätzungen zufolge dürfte es im zweiten Quartal besser werden. Der Umsatz soll bei 6,8 bis 6,9 Milliarden Dollar liegen, eine rund 46-prozentige Steigerung zum ersten Quartal.

Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sollte sich auf etwas mehr als zwei Milliarden Dollar belaufen, womit SpaceX zumindest operativ profitabel wäre. Im ersten Quartal verlor Elon Musks Konzern auf dieser Ebene mehr als 1,9 Milliarden.

Netto dürfte SpaceX dennoch in der Verlustzone bleiben, mit einem erwarteten Defizit von 0,29 Dollar je Aktie. Am Ende sind das aber nur Prognosen. „Das erste Quartal dürfte höchstwahrscheinlich unter extrem verdrehten Schätzungen leiden“, kommentierte Colin Canfield, Analyst bei Cantor Fitzgerald, laut „Barron’s“.

Soll heißen: Niemand weiß wirklich, was erwartet werden kann. Außerdem gibt es neben den offiziellen Prognosen immer so genannte „Flüsterziffern“, inoffizielle Erwartungen unter Wall-Street-Profis, die von den bekannten Schätzungen abweichen.

Worauf der Markt besonders achten wird

Klar ist, dass der Blick nach hinten nicht alles ist. In der aktuellen Börsenrally vermelden Unternehmen oft rekordverdächtige Umsatz- und Gewinnsteigerungen, werden dann aber für den Ausblick abgestraft.

So etwa bei Apple. Der iPhone-Hersteller übertraf die Erwartungen in fast allen Bereichen mühelos, räumte aber ein, nur mit einem Umsatzwachstum von neun bis elf Prozent für das laufende Quartal zu rechnen. Das war den Investoren zu wenig, weshalb sie die Aktie nach den Zahlen um fast 7,4 Prozent nach unten schickten.

Was SpaceX also für das nächste Quartal, bestenfalls für das gesamte Jahr ankündigt, wird eine große Relevanz haben. Besonders die Ausgaben dürften dabei im Fokus stehen.

SpaceX, einst ein reiner Weltraumkonzern, mischt durch die Übernahme von xAI im Frühjahr auch bei KI mit. Bislang erlöste der Konzern damit kleine Summen, steckte aber umso mehr Geld in den Ausbau der Sparte.

7,7 Milliarden an Investitionen flossen im ersten Quartal in diesen Bereich („Capex“). 2025 insgesamt waren es nur 4,1 Milliarden. Um diesen Finanzierungsaufwand zu stemmen, beschaffte sich SpaceX nur Wochen nach dem Börsengang auch Geld am Anleihemarkt.

Zusammen mit den Investitionen für das Raketen- und Satelliteninternet-Geschäft („Starlink“) hat SpaceX in diesem Jahr schon 10,1 Milliarden an Capex-Ausgaben angehäuft. Und selbst das ist weniger als ein Viertel der fürs Gesamtjahr erwarteten Summe.

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Das SpaceX-Logo vor einer Kurstafel.

„Die Capex-Ausgaben sollten erwartungsgemäß von 48,7 Milliarden in diesem Jahr bis auf 118,4 Milliarden im Geschäftsjahr 2028 steigen. Zusätzlich dürfte sich die Verschuldung von SpaceX von 41,7 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf über 218 Milliarden 2028 verfünffachen“, merkte S&P-Global-Analystin Melissa Otto an, wie „Yahoo Finance“ berichtete.

Ob sich SpaceX oder Firmenlenker Elon Musk zu den Ausgabeplänen äußern, dürfte demnach ein wichtiger Kursimpuls werden. Ebenso wie die Frage, wie SpaceX letztlich mit KI echte Umsätze erwirtschaften soll. Das interessiert wohl auch die Aktionäre brennend, wie eine eigene Seite für Fragen rund um die Zahlen bei SpaceX offenbart.

So fragt dort ein Anleger: „Wie wird xAI die Plattform monetarisieren, damit der ARR (wiederkehrender jährlicher Umsatz, Anm. d. Red.) Anthropics ARR von 50 Milliarden Dollar übertrifft? SpaceX hat die Recheninfrastruktur und das Modell, aber keine Nutzer oder Angebote, welche signifikante Erlöse generieren um den Kurs zu stützen …“

Warum es volatil werden dürfte

In jedem Fall dürfte es beim Kurs heute Abend volatil werden. Zum einen schon, weil der Kurs seit dem IPO ohnehin heftig schwankt. Die täglichen Kursausschläge liegen im Mittel bei 4,1 Prozent, bei einer zugegebenermaßen kleinen Stichprobe von bislang 35 Handelstagen.

Dagegen wirkt selbst die notorisch volatile Tesla-Aktie geradezu stabil. In den vergangenen zwölf Monaten bewegte sich die Aktie pro Tag im Schnitt um knapp 2,3 Prozent. Dabei ist Tesla laut Daten der Universtität New York eine der volatilsten Big-Tech-Aktien überhaupt.

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Das SpaceX-Logo an einem Gebäude.

Auf der anderen Seite zeigen die bisherigen Zahlenvorlagen, dass die Reaktionen in dieser Berichtssaison größer ausfallen. Das zeigt wieder das genannte Beispiel Apple, mit dem größten Tagesverlust seit dem Zoll-Chaos im April 2025. Der Kurs von Amazon hingegen schoss nach Zahlen 15 Prozent nach oben, so stark wie seit 14 Jahren (!) nicht mehr.

Und selbst, wenn unerwarteterweise kein großer Ausschlag in die ein oder andere Richtung direkt nach den Zahlen folgt, dürfte es sich lohnen, SpaceX in dieser Woche im Blick zu behalten. Am Donnerstag nämlich werden hunderte Millionen Insider-Aktien zum Handel freigegeben, was ebenfalls ordentliche Schwankungen auslösen könnte.

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