Infineon: Die Marge bremst die bessere Prognose aus
Infineon liefert steigende Umsätze und hebt den Blick auf das nächste Quartal. Die Aktie verliert dennoch, weil Marge und Cashflow die erste positive Reaktion überlagern.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Infineon zeigt denselben Verlauf wie mehrere starke Dax-Werte: Die erste Reaktion auf die Zahlen fällt positiv aus, danach setzen Verkäufe ein. Die Aktie startet nahe der Hochs der vergangenen Tage und zieht den Index anschliessend mit nach unten.
Die Bewertung verlangt Erklärung. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate liegt bei rund 28 bis 29. Der historische Schnitt liegt eher bei 19. Gleichzeitig kommt die Bewertung von Niveaus um 40 zurück. Mit Blick auf das Wachstum liegt das PEG-Ratio bei etwa 0,8 und damit nicht in einem überzogenen Bereich.
Operativ steigt der Umsatz sequenziell um neun Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der Konsens lag bei 4,1 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis legt um 22 Prozent auf knapp 800 Millionen Euro zu. Die Marge verbessert sich auf 19,1 Prozent.
Genau dort liegt aber das Problem. Der Konsens lag bei 19,6 Prozent Marge. Zudem senkt Infineon die Cashflow-Prognose deutlich. Diese zwei Punkte erklären die schwache Kursreaktion trotz besserer Umsatzentwicklung.
Martins Einschätzung
Der fundamentale Weg bleibt ordentlich. Für das vierte Quartal erwartet Infineon 4,7 Milliarden Euro Umsatz. Das wäre ein sequenzielles Wachstum von rund 13 Prozent. Die Aktie bleibt nach dem größeren Rücksetzer interessant, solange Anleger die schwache Margenreaktion und die niedrigere Cashflow-Prognose einpreisen.

