Siemens Energy: Warten auf die nächste Kaufchance
Siemens Energy startet stark, fällt vom Tageshoch aber deutlich zurück. Die Zahlen liefern trotzdem mehr Aufträge, bessere Sichtbarkeit und einen wichtigen Fortschritt bei Gamesa.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Die Aktie kam im Bereich von rund 160 Euro in den Handel und fiel anschliessend unter 150 Euro. Dieser Rücksetzer wirkt hart, weil das reine Zahlenwerk die Erwartungen deutlich übertrifft.
Der Auftragseingang steigt um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Damit liegt Siemens Energy rund eine Milliarde Euro über den Erwartungen. Bei 11,4 Milliarden Euro Umsatz ergibt sich ein Book-to-Bill-Verhältnis von fast 1,7. Der Auftragsbestand wächst weiter und verbessert die Umsatzsichtbarkeit für die kommenden Jahre.
Die Story bleibt eng mit dem Strombedarf für KI-Rechenzentren verbunden. Energieversorgung lässt sich nicht so schnell ausbauen wie Chipproduktion. Davon profitiert Siemens Energy mit Gas- und Turbinenlösungen, die für skalierbare Rechenzentrums-Energie gebraucht werden.
Der zweite wichtige Punkt ist Siemens Gamesa. Die Windkrafttochter erreicht einen Betriebsgewinn von 75 Millionen Euro nach 440 Millionen Euro Verlust im Vorjahr. Damit zeigt sich der operative Turnaround in einem Bereich, der lange als größter Belastungsfaktor galt.
Die Jahresprognose bestätigt Siemens Energy. Der Konzern erwartet 14 bis 16 Prozent Umsatzwachstum und eine Ergebnismarge vor Sondereffekten von zehn bis zwölf Prozent, eher am oberen Ende der Spanne.
Martins Einschätzung
Bernstein und RBC bleiben bei Outperform und Kursziel 210 Euro. Das wuerde ein neues Allzeithoch bedeuten. Bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 27 und einem PEG-Ratio um 0,5 wirkt die Aktie für das erwartete Wachstum attraktiv. Nach dem Rücksetzer lohnt die Suche nach einem kurzfristigen Boden.



