ROUNDUP: US-Beschäftigung schrumpft überraschend - 'kalte Dusche'

dpa-AFX · Uhr

WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt überraschend deutlich verschlechtert. Im Juli ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 23.000 gesunken, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte im Schnitt 80.000 neue Stellen erwartet.

Außerdem hat sich der Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt zuletzt deutlich schwächer entwickelt als bisher bekannt. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert. Gesunken war die Beschäftigtenzahl zuletzt im Februar.

"Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", kommentierte Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg die Daten. Mit den schwachen Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed wieder gedämpft werden, sagte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Analysten der Commerzbank sprachen von einer "kalten Dusche".

An den Finanzmärkten hat sich die Spekulation auf eine Zinserhöhung nach der Veröffentlichung der Daten trotz der vergleichsweise hohen Inflation abgeschwächt. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent gehalten. Für die geldpolitischen Entscheidungen in den USA spielt die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle.

Die Arbeitslosenquote fiel allerdings um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt einen unveränderten Wert von 4,2 Prozent erwartet. Grund für die positive Entwicklung der Quote ist, dass sich viele Personen vom amerikanischen Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Unter anderem hat die Politik von US-Präsident Donald Trump zu einer geringeren Zuwanderung in den amerikanischen Arbeitsmarkt geführt.

Vor dem Hintergrund der enttäuschenden Entwicklung bei der Beschäftigung sind die Löhne unerwartet schwach gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 0,1 Prozent zu. Volkswirte hatten hingegen wie im Vormonat einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Die Zuwächse bei den Stundenlöhnen fielen "äußerst bescheiden" aus, sagte Analyst Chlench. Auch im Jahresvergleich blieb das Lohnwachstum mit 3,2 Prozent hinter den Erwartungen zurück.

Der US-Dollar geriet nach den Daten unter Druck. Der Euro stieg auf ein Tageshoch von 1,1581 Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben deutlich nach. Die Aktienmärkte legten zu und der Dax erreichte ein Rekordhoch./jkr/jsl/he

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