Särge mit China-feindlichen Botschaften auf den Philippinen belasten Beziehungen
Manila, 07. Aug (Reuters) - In der philippinischen Hauptstadt Manila sind fünf Särge mit China-feindlichen Botschaften aufgetaucht. Der noch ungeklärte Vorgang belastet die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Die Polizei fand am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) die an verschiedenen Orten der Stadt abgestellten Särge, darunter einen vor der chinesischen Botschaft. Einer der Särge war mit Fotos des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, des Außenministers Wang Yi und des Botschafters auf den Philippinen, Jing Quan, sowie dem Wort "gierig" versehen. Über die Täter war zunächst nichts bekannt. China legte offiziell Protest ein. Das philippinische Außenministerium erklärte, Gewaltandrohungen gegen ausländische Regierungsvertreter nicht zu dulden.
Derartige Aktionen spiegelten nicht den außenpolitischen Kurs der Regierung wider, teilte das Ministerium weiter mit. Es sei auch nicht die Art und Weise, wie die Bevölkerung Kritik äußere - selbst bei sensiblen politischen Fragen. Zuletzt hatten die Spannungen zwischen den Regierungen in Manila und Peking zugenommen. Wegen umstrittener Seegebiete im Südchinesischen Meer geraten beide Länder immer wieder aneinander.
Die chinesische Botschaft in Manila sprach mit Blick auf die Särge von einer "politischen Provokation". Sie forderte die philippinischen Behörden auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zugleich erklärte die Botschaft, die Aktion ziele darauf ab, Feindseligkeit zu säen. Sie werde jedoch die stabilen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht untergraben.
(Bericht von Nestor Corrales und Karen Lema, bearbeitet von Elke Ahlswede, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)




