Sicherheitsrat tagt - Busfahrer trat Sprengstoff-Drohne weg
Berlin, 07. Aug (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Freitag mit Teilen der Bundesregierung über den mutmaßlichen Anschlagsversuch mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle beraten. Der Nationale Sicherheitsrat habe sich unter dem Vorsitz des Kanzlers telefonisch "zu dem Ereignis am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August 2026 ausgetauscht", teilte Regierungssprecher Steffen Kornelius in Berlin mit. Der Kanzler stehe dazu in fortwährendem Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und anderen Mitgliedern der Bundesregierung.
Am Dienstagabend war auf dem Gelände des Flughafens die mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Dobrindt hatte von einem "hybriden Anschlagsszenario" gesprochen und "fremde Mächte" als Urheber nicht ausgeschlossen. Der Vorfall löste eine breite Debatte über die Drohnenabwehr an kritischer Infrastruktur aus.
CDU-POLITIKER: BUSFAHRER HAT DROHNE WEGGETRETEN
Der CDU-Obmann im Innenausschuss des Bundestages, Detlef Seif, schilderte am Freitag Details zum Hergang. "Ein Busfahrer hat die Drohne im Niedrigflug weggetreten", sagte Seif der Nachrichtenagentur Reuters. "Diese stürzte dann ab und blieb auf dem Boden liegen. Ob sie flugunfähig war, ist unklar."
Die Drohne sei mit Explosivmaterial präpariert gewesen. "Die Aktion des Busfahrers war sehr gewagt und mutig, aber auch sehr gefährlich", sagte der CDU-Politiker. "Eventuell hat der Busfahrer mit seinem Eingreifen das Anschlagsziel verhindert." Welches Ziel die Drohne gehabt habe sowie die Hintergründe seien jetzt Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)