Dax Tagesrückblick 07.08.2026

US-Arbeitsdaten befeuern Dax-Rally - Gold steigt kräftig

onvista · Uhr
Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Der Dax ist am Freitag erneut auf ein Rekordhoch gestiegen. Am Nachmittag gaben Jobdaten aus den USA dem Leitindex den Schub, um die Bestmarke auf 26.445 Punkte zu steigern. Vorherige Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins schon bald anheben könnte, wurden davon eingedämmt. Anleger sahen darüber hinweg, dass die Aussichten für eine Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus ungewiss blieben.

Im späteren Verlauf ließ der Rückenwind wieder etwas nach, der Dax ging mit plus 0,7 Prozent auf 26.319 Punkte aus dem Tag. Das Wochenplus liegt bei 2,7 Prozent. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 32.407 Zähler.

Die Jobdaten dämmten vorherige Spekulationen über baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed ein. Laut ING Bank kommen "ernsthafte Zweifel" daran auf, der Ökonom James Knightley glaubt eher an eine längere Zinspause. Er wies aber zugleich daraufhin, dass es mit einem weiteren Jobbericht, Inflationsdaten sowie dem Symposium in Jackson Hole noch viele neue Aspekte geben werde, bevor im September der nächste reguläre Zinsentscheid der Fed fällt./tih/he

Chip- und Softwareaktien steigen gleichzeitig

Hierzulande legten sowohl Halbleiter- als auch bei Software-Aktien zu. Im Dax stiegen SAP um 4,1 Prozent sowie Infineon um knapp drei Prozent. Auch im MDax lagen Papiere aus diesen beiden Bereichen auf den vorderen Plätzen, etwas Aixtron, Suss Microtec, Ionos und Nemetschek.

In der jüngeren Vergangenheit war dies nicht immer so: Entweder hatte es Gewinne bei Chipwerten gegeben und Verluste im Software-Bereich oder umgekehrt. Bei Chip- und KI-Werten gaben die hohen Bewertungen teils Anlass zur Sorge, die Bewertungen haben aber mittlerweile teils deutlich korrigiert. Bei Software-Papieren wiederum hinterließ die Furcht, dass durch KI Geschäftsmodelle gefährdet werden könnten, ihre Spuren. Diese Furcht weicht aktuell ein Stück weit.

Dax-Versicherer nach Zahlen mit Verlusten

Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in allen Bereichen bescherten dem Versicherer Allianz derweil im zweiten Quartal ein Rekordergebnis. Der operative Gewinn stieg um fast elf Prozent auf ein Rekordhoch. Unterm Strich hatten sich Analysten aber mehr versprochen. Jefferies-Analyst Philip Kett sprach in einer ersten Reaktion von einem enttäuschenden Wachstum im Nicht-Lebensversicherungsgeschäft. Die Allianz-Aktie verloren 1,6 Prozent.

Der Rückversicherer Munich Re bekommt den Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern wie der Allianz deutlich zu spüren. Nach weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte Vorstandschef Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Die Kürzung habe ihn nicht überrascht und auch der Konsens habe dies bereits in seinen Schätzungen berücksichtigt, betonte JPMorgan-Analyst Kamran Hossain. Die Papiere der Münchener gaben um 1,4 Prozent nach.

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck musste beim Nettogewinn im zweiten Quartal deutliche Abstriche machen. Das Ergebnis je Aktie sackte im Jahresvergleich um fast die Hälfte ab. Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Analysten bemängelten vor allem die Auftragslage der Stuttgarter. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft hatte das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt. Für die Aktien der Stuttgarter ging es am Dax-Ende um 2,8 Prozent abwärts.

Die Aktien von Scout24 machten ihre am Vortag infolge der Veröffentlichung von Quartalszahlen verzeichneten Verluste fast wett. Die Titel gewannen im Dax 3,6 Prozent. Die DZ Bank hatte die Papiere des Internetportal-Betreibers auf ihre "Equity Long Ideas"-Liste gesetzt.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess steigerte im zweiten Quartal das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) leicht, Lanxess-Chef Matthias Zachert betonte allerdings, dass "kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht" sei und die Marktbedingungen anspruchsvoll blieben. Die Aktien fielen um 4,4 Prozent.

Goldpreis setzt deutliche Erholung fort

Der schwache US-Arbeitsmarktbericht belastete den US-Dollar und stützte den Euro im Gegenzug. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1552 US-Dollar. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der Euro noch bei 1,1530 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1535 (Donnerstag: 1,1542) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8669 (0,8664) Euro.

In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt überraschend deutlich verschlechtert. Im Juli ist die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft laut Arbeitsministerium um 23.000 gesunken. Volkswirte hatten im Schnitt 80.000 neue Stellen erwartet. Zudem wurde die Beschäftigtenzahl in den beiden Vormonaten deutlich nach unten revidiert. Die Lohnentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück.

Parallel zum Euro stieg auch Gold an. In den vergangenen Tagen bereits löste sich der Kurs aus seinem wochenlangen Seitwärtstrend und stieg klar an. Am Freitag verteuerte sich Gold erneut kräftig um 2,5 Prozent auf 4.357 Dollar und erreichte damit den höchsten Kurs seit Anfang Juni.

Gold ist ein typischer Profiteur eines schwachen Dollars, der Haupthandelswährung des Edelmetalls. Allerdings stützten ebenso die US-Arbeitsdaten, die eine Zinsanhebung der US-Notenbank weniger wahrscheinlich machen. Als zinsloser Wertspeicher gehört Gold zu den Anlagen, die unter steigenden Zinsen zumindest zeitweilig leiden.

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(mit Material von dpa-AFX)

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