Zahl der Ebola-Fälle im Kongo auf über 4000 gestiegen
07. Aug (Reuters) - In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle nach Regierungsangaben erstmals auf über 4000 gestiegen. Insgesamt seien bei dem aktuellen Ausbruch bislang 4053 Infektionen und 1850 Todesfälle registriert worden, teilte das nationale Gesundheitsinstitut am Freitag mit. Es handelt sich um die zweitgrößte und sich am schnellsten ausbreitende Ebola-Epidemie, die jemals verzeichnet wurde. Betroffen sind die fünf Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uele und Tshopo.
Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten noch deutlich höher liegen könnte. Das Virus kursierte demnach bereits Monate, bevor der Ausbruch am 15. Mai offiziell festgestellt wurde. Einem im vergangenen Monat in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Bericht zufolge begann die Epidemie im Januar oder sogar noch früher in der Provinz Ituri. Forscher machten für den Zeitraum von Mitte Januar bis zum 15. Mai mehr als 500 Fälle aus.
Die verspätete Erkennung, überlastete Überwachungssysteme, militärische Konflikte sowie ein Mangel an Impfstoffen und Medikamenten für den spezifischen Virenstamm haben die Eindämmung der Krankheit bislang erschwert. Der weltweit größte Ebola-Ausbruch ereignete sich zwischen 2014 bis 2016 in Westafrika, als in Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Fälle registriert wurden.
(Bericht von Clement Bonnerot, bearbeitet von Kerstin Dörr, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)