
Der Dax hat am Montag sein Rekordhoch nur knapp verpasst. Zur Mittagszeit war der deutsche Leitindex dicht dran, anschließend ließ der Schwung nach. Am Ende des Tages blieb ein Plus von 0,02 Prozent auf 26.323 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte schloss 0,48 Prozent tiefer auf 32.251 Punkten.
"Kurzfristig sollten die Aktienmärkte durchatmen, längerfristig bleiben die Aussichten allerdings dank starkem Gewinnwachstum und moderaten Bewertungen gut", hieß es von der Dekabank. Der Konflikt im Nahen Osten bleibe im täglichen Handel ein Thema, aber auf Sicht mehrerer Wochen zeige sich seit dem Frühjahr immer wieder, dass der starke Gewinntrend und das Thema KI in allen Facetten deutlich entscheidender seien.
Im Iran-Krieg fehlt noch immer der diplomatische Durchbruch, sodass Anleger mit Blick auf eine Wiederöffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus zwischen Hoffen und Bangen hin- und hergerissen sind Am Montag legten die Ölpreise wieder zu. Dass die Sorgen vor Leitzinserhöhungen in den Vereinigten Staaten nach dem US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag nachlassen, ist einer guten Stimmung hingegen förderlich.
Stabilus-Aktie mit herbem Rückschlag
In puncto Berichtssaison ging die neue Woche ruhiger los. Das Dax-Mitglied Gea bestätigte vorläufige Zahlen nebst dem Ausblick. Mit einem Anstieg um 0,5 Prozent war die Reaktion verhalten. Im Nebenwertebereich verloren Hypoport nach finalen Zahlen rund 1,9 Prozent.
Einen deutlichen Rückschlag um 9,1 Prozent gab es auf der jüngsten Erholungsrally bei Stabilus. Für Unsicherheit sorgt bei dem Gasdruckfeder-Hersteller ein Vakuum in der Führungsriege. Finanzchef Andreas Jaeger hat seinen Vertrag aus persönlichen Gründen vorzeitig aufgelöst. Die Verantwortung für sein Ressort übernimmt übergangsweise der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner.
Relativ deutliche Kursgewinne gab es bei zwei Werten wegen Analystenempfehlungen. Elmos und Aumovio zogen um 1,2 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent an wegen Hochstufungen durch die Analysehäuser Oddo BHF und Bernstein.
Elmos rückt bei Oddo BHF in die Favoritenrolle gegenüber dem umgekehrt abgestuften Konkurrenten Melexis. Der Experte Martin Marandon-Carlhian traut den Aktien mit seinem Kursziel von 200 Euro fast eine Rückkehr an ihren bisherigen Rekord zu, der mit 206 Euro aus dem Mai stammt.
Aumovio stufte Harry Martin von Bernstein Research auf "Outperform" hoch in der Auffassung, dass jetzt viele Unsicherheitsfaktoren bereinigt seien. Für Anleger sieht er wegen des eingepreisten Bewertungsabschlags eine Einstiegschance. Im Jahr 2027 werde das operative Ergebnis die Markterwartungen seiner Einschätzung nach übertreffen.
Euro und Gold nach Vorwochengewinnen stabil
Der Euro gab indes etwas nach, verteidigte aber Kursgewinne aus der Vorwoche. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1552 Dollar. Sie bewegte sich damit auf dem Niveau aus dem frühen Handel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1555 (Freitag: 1,1535) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8654 (0,8669) Euro.
Der Euro hat damit die Kursgewinne vom Freitag nach einem überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht größtenteils gehalten. Ein Rückgang der Zahl der Beschäftigten hatten den Dollar unter Druck gesetzt und der Euro war im Gegenzug gestiegen.
Wenig Bewegung gab es auch beim Goldpreis nach deutlichen Gewinnen in der Vorwoche. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) 0,36 Prozent höher bei 4.348 US-Dollar. Damit stabilisierte sich der Preis auf diesem Niveau. In der Vorwoche hatte das Edelmetall nach wochenlangem Pendeln um die 4.000-Dollar-Marke kräftige Gewinne verbucht.
(mit Material von dpa-AFX)




