
Der Dax behält am Montag mit einem leichten Plus sein Rekordhoch im Visier. Für das deutsche Börsenbarometer ging es kurz nach Handelsstart um 0,2 Prozent auf 26.360 Punkte nach oben. Damit bleibt der Leitindex in Kontakt zur Bestmarke von 26.445 Punkten vom Freitagnachmittag, als US-Jobdaten frischen Schub gegeben und Sorgen vor einer Zinserhöhung gemildert hatten.
Der MDax stieg am Freitagmorgen um 0,3 Prozent auf 32.498 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,1 Prozent.
Ein zentrales Thema bleibt der Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen auf die Ölpreise, die sich am Montag wenig bewegten. Einen diplomatischen Durchbruch zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gibt es weiterhin nicht, doch US-Präsident Donald Trump gibt sich gelassen. "Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie", sagte der US-Präsident laut dem Nachrichtenportal "Axios".
JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka bleibt derweil optimistisch für Aktien und rechnet mit weiteren Höchstständen - trotz zahlreicher Bedenken der Anleger, die von der Geopolitik über Inflationsangst bis hin zu Konjunktursorgen reichten. Das solide Fundament der Ergebnisentwicklung sowie die alles andere als übertriebene Positionierung der Anleger federten den Markt immer wieder gegen Schocks ab, so Matejka.
Rücktritt von Finanzchef belastet Stabilus
Die Aktien von Stabilus orientieren sich am Montag wieder abwärts in Richtung des jüngsten Rekordtiefs. Eine Erholung um mehr als 30 Prozent, die es binnen zwei Wochen gegeben hatte, erhält nach der ersten Handelsstunde wieder einen kräftigen Rückschlag. Die Aktien werden am Morgen sechs Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Freitag gehandelt, weil der Finanzchef Andreas Jaeger um eine sofortige Auflösung seines Vertrags gebeten hat.
Der Aufsichtsrat kam der Bitte Jaegers "mit Bedauern und im gegenseitigen Einvernehmen" nach. Er hinterlässt damit vorübergehend ein Vakuum. Die Verantwortung für das Finanzressort übernehme bis zur Neubesetzung interimistisch der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner, hieß es. Ein Börsianer sieht darin eine Wiederholung einer ähnlichen Situation im Februar 2025, als Jaegers Vorgänger Stefan Bauerreis um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten hatte.
Kaufempfehlung gibt Aumovio Auftrieb
Die Empfehlung der Investmentbank Bernstein hat die Erholung der Aktien von Aumovio am Montagmorgen weiter angetrieben. Im frühen Handel stiegen die Papiere des Autozulieferers um gut vier Prozent über ihren Xetra-Schluss vom Freitag auf 39,15 Euro.
Der Bernstein-Experte Harry Martin traut ihnen mit 54 Euro deutliche Rekorde zu und empfahl sie folglich mit "Outperform". Ihren Höchststand nach der Abspaltung von Continental hatten sie Mitte Januar bei gut 47 Euro erreicht.
Martin sah das zweite Quartal als reinigendes Gewitter. Bei den Einsparungen liege Aumovio nach den ersten sechs Monaten Eigenständigkeit über Plan. Mit dem Vergleich mit BMW habe man die Probleme um ein zugeliefertes Bremssystem günstiger aus der Welt geschafft, als es in den Aktien eingepreist worden sei, so der Experte. 2027 dürfte man nun selbst ohne Umsatzwachstum beim operativen Ergebnis die Markterwartungen übertreffen.
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