
Der Dax ist am Dienstag in Reichweite seines Rekordes geblieben. Der Leitindex trotzt den ausbleibenden Fortschritten für eine Lösung des Iran-Krieges, doch für mehr fehlen ihm derzeit die Impulse. Im frühen Handel fiel der Leitindex um 0,2 Prozent auf 26.278 Punkte. Für eine Bestmarke müsste er die 26.445 Punkte vom Freitagnachmittag überwinden.
Der MDax lag früh am Dienstag mit 0,3 Prozent im Plus bei 32.163 Zählern.
Ein gutes Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen trotz hoher Energiepreise, "gepaart mit moderaten Bewertungen und zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld für den Dax", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank am Morgen. Laut der Helaba dämpfen allerdings neue, gegenseitige Forderungen die Hoffnungen auf eine Einigung im Nahost-Konflikt.
Mit Blick auf den Iran hätten sich die Marktakteure mittlerweile "an eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen", schreibt dazu der Marktexperte Stanzl. Er gibt aber auch zu bedenken, dass Resilienz nicht gleichbedeutend mit Immunität sei. "Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann jederzeit blitzschnell drehen."
Cancom fällt nach Halbjahreszahlen
Um die Aktien von Cancom haben Anleger am Dienstag einen Bogen gemacht. Der IT-Dienstleister hat Händlern zufolge ein enttäuschendes erstes Halbjahr hinter sich und dies führte im frühen Handel in einem Abschlag von fast drei Prozent auf 23,35 Euro. Die Aktien fielen damit in Richtung der 23-Euro-Marke, die im Juli immer wieder Unterstützung gegeben hatte. Titel des Konkurrenten Bechtle verloren zeitgleich mit 0,5 Prozent weniger stark an Wert.
Der Umsatz war von verzögerten Investitionsentscheidungen der Kunden belastet worden, räumte Vorstandschef Rüdiger Rath ein. Analysten hatten aber damit gerechnet, dass Cancom trotz des Umsatzrückgangs im Tagesgeschäft deutlich mehr verdienen würde.
Laut einem Händler wirkt der bestätigte Ausblick vor diesem Hintergrund zunehmend ambitioniert. Er sah auch ein negatives Signal im rückläufigen internationalen Geschäft, während sich jenes in Deutschland stabil entwickelt habe.
PNE: Übernahme droht zu scheitern
Die am Vortag bereits schwachen Aktien von PNE haben die Verluste am Dienstag deutlich ausweitet. Der Versuch des Projektentwicklers für Erneuerbare Energien, sich aufkaufen zu lassen, droht erst einmal zu scheitern. Anleger quittierten das mit Aktienverkäufen, der Kurs sackte im frühen Handel um 21 Prozent ab auf neun Euro. Im Xetra-Handel wäre das der tiefste Stand seit Ende April.
Das Unternehmen hatte am Vorabend wissen lassen, dass die von ihr initiierte Investorensuche auf ein verhaltenes Interesse gestoßen sei. Die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber lägen unterhalb des derzeitigen Börsenkursniveaus der PNE-Aktie. Ein Medienbericht hatte zuvor hingegen Hoffnungen auf einen Aufschlag gemacht. "Es ist nun unsicher, ob ein Deal zustande kommt", sagte ein Händler.
Mitte Juni war der Kurs der PNE-Aktie in der Spitze bis auf 11,86 Euro gestiegen; das war der höchste Stand seit Oktober vergangenen Jahres. Grund waren Spekulationen am Markt, dass das Unternehmen bei einer Übernahme mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden könnte. Anschließend konsolidierten die Papiere zwischen etwa 10,20 und 11 Euro. Aus dieser Spanne waren die Aktien zuletzt nach unten herausgefallen. Per Montagsschluss war PNE an der Börse noch knapp 760 Millionen Euro wert.
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