Starke Kalinachfrage verhilft K+S zu höherem Ausblick

Reuters · Uhr

Frankfurt, 12. ⁠Aug (Reuters) - Eine hohe Kalinachfrage und gestiegene Preise geben K+S Schwung: Der Düngemittel- und Salzkonzern hat nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal seine Jahresziele erneut angehoben. "Wir haben im ersten Halbjahr gezeigt: K+S ist operativ gut aufgestellt", erklärte Vorstandschef Christian Meyer am Mittwoch. Das operative Ergebnis (Ebitda) erhöhte ‌sich im abgelaufenen Jahresviertel auf 176 Millionen Euro nach 110 Millionen im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf K+S die Analystenerwartungen von im Schnitt 149 Millionen Euro deutlich. Der Umsatz stieg ⁠um gut ⁠zwölf Prozent auf 978 Millionen Euro.

Für 2026 rechnet K+S nun mit einem Ergebnis zwischen 680 und 760 Millionen Euro. Bislang wurden 630 bis 730 (2025: 613) Millionen Euro prognostiziert. Neben gestiegenen Verkaufsmengen und höheren Durchschnittspreisen in der Landwirtschaft profitierte der Konzern von einer strikten Kostenkontrolle sowie dem nach dem strengen Winter erhöhten Absatz im Auftausalzgeschäft. Der bereinigte freie ‌Cashflow lag im ersten Halbjahr mit 101 Millionen Euro ‌zwar unter den Markterwartungen, verbesserte sich aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Mit dieser Entwicklung hebt sich das Kasseler Unternehmen von Konkurrenten wie der norwegischen Yara, der kanadischen Nutrien und Mosaic aus ⁠den USA ab. Diese hatten zuletzt über geringere Verkäufe berichtet, da Landwirte ihre Bestellungen aufschoben. ‌Zwar profitierten die Düngemittelhersteller zunächst von höheren ⁠Preisen infolge der Blockade der Straße von Hormus, bekamen dann aber die Kaufzurückhaltung ihrer Kunden zu spüren. Nutrien rechnet dennoch mit einer anhaltend robusten Nachfrage nach Kali.

Angesichts der unklaren Entwicklung im Nahen Osten bleibe das Umfeld angespannt, betonte Vorstandschef ‌Meyer. Gleichzeitig investiert K+S in den Ausbau ⁠seiner Kapazitäten. In Kanada wird das Kali-Werk ⁠Bethune erweitert, in Deutschland fließt Geld in das 600 Millionen Euro teure Projekt "Werra 2060". Dort soll die Produktion bis Sommer 2028 auf eine trockene Aufbereitung umgestellt werden, um so die Menge an umweltschädlichem Salzabwasser zu reduzieren. Zudem will K+S mit der im Juni vereinbarten Übernahme des Qemetica-Salzgeschäfts für 350 Millionen Euro in Mittel- und Osteuropa wachsen. "Wir nutzen mit dem geplanten Zukauf eine seltene Chance", erklärte Meyer. "Wir werden unabhängiger von schwankenden Kalipreisen." Mittelfristig werde der Konzern die derzeit noch hohen Investitionen jedoch wieder reduzieren, ⁠kündigte er an.

(Bericht von Patricia Weiß und Tristan Veyet, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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