Südkorea plant Mondlandung 2030 und ehrgeizige Tech-Projekte jenseits von KI

Reuters · Uhr
Thema: KI

Seoul, 12. ⁠Aug (Reuters) - Südkorea will bei Zukunftstechnologien weltweit führend werden und hat dazu eine umfassende Strategie auf den Weg gebracht. Im Kern gehe es um neue Wachstumsbereiche jenseits von Halbleitern und Künstlicher Intelligenz (KI), sagte Präsident Lee Jae Myung am Mittwoch in Seoul. ‌Das Vorhaben "Seven Major SEED" ("Sieben große Samen") umfasse Projekte, die von Kernenergie und Quantencomputern über Raumfahrt bis zu Biotechnologie reichten. Man müsse den aktuellen Boom ⁠bei Chips ⁠und KI nutzen, um kommende Wachstumstreiber vorzubereiten. "Wir werden ein Südkorea aufbauen, dem in zehn oder 20 Jahren niemand Konkurrenz machen kann", sagte Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon.

Die sieben Projekte seien die Wachstumsmotoren der nächsten Generation und sollten zu zentralen strategischen Pfeilern des Landes werden, sagte Lee. Dazu gehören eine Mondlandung bis zum ‌Jahr 2030 und die Entwicklung eines leistungsfähigen Quantencomputers ‌mit 100 Qubits bis 2029. Bis 2035 sollen zudem kleine modulare Kernreaktoren (SMR) sowie Produkte mit einer Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer auf den Markt gebracht werden. Im ⁠Bereich erneuerbare Energien geht es um die Entwicklung hocheffizienter Solarzellen, fortschrittlicher Offshore-Windtechnologien, Wasserstoffproduktionssysteme ‌und KI-basierter Stromnetztechnologien. Darüber hinaus gehe es ⁠um Weltraum-Rechenzentren und eine südkoreanische Beteiligung an Programmen für Verkehrsflugzeuge der nächsten Generation.

Auch Lieferketten für kritische Mineralien sollen gestärkt werden. Dazu sollen bis 2030 rund sieben Milliarden Dollar in Technologien für Materialien, Bauteile und ‌Ausrüstung fließen. Eine Arbeitsgruppe soll zudem ⁠regulatorische Hürden abbauen und die Markteinführung ⁠der neuen Technologien beschleunigen.

Hintergrund der Pläne sind unter anderem die schrumpfende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in Südkorea. Zugleich steht das Land in einem harten globalen Wettbewerb um neue Technologien, die zunehmend als entscheidend für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die nationale Sicherheit gelten. Präsident Lee betonte die Dringlichkeit des Projekts: "Ob wir zu Vorreitern werden, die unbegrenzte Möglichkeiten genießen, oder zu Mitläufern, die Gefahr laufen, ins Hintertreffen zu geraten, hängt von ⁠unserer Entscheidung ab."

(Bericht von Kyu-seok Shim und Heejin Kim. Geschrieben von Ralf Bode, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion ‌unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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