Donau-Niedrigwasser - Rumänien fährt letzten Atomreaktor herunter
Bukarest, 13. Aug (Reuters) - Wegen des Rekord-Niedrigwassers der Donau hat Rumänien mit der Abschaltung seines letzten noch laufenden Atomreaktors begonnen. Der staatliche Betreiber Nuclearelectrica teilte am Donnerstag mit, der Prozess zur Trennung des Reaktors vom Netz sei eingeleitet worden. Bereits Ende Juli musste wegen der anhaltenden Dürre der erste der beiden Blöcke am Standort Cernavoda an der Donau vom Netz genommen werden.
Die beiden Reaktoren mit einer Leistung von je 706 Megawatt decken zusammen ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs ab. Die Regierung hat für den gesamten August den Energienotstand ausgerufen und ein 330-Megawatt-Braunkohlekraftwerk wieder in Betrieb genommen. Zudem setzt das Energieministerium auf Stromimporte und die Erzeugung aus Wind- und Wasserkraft aus Stauseen, um die Ausfälle zu kompensieren. Für Industriekunden seien bei Bedarf stufenweise Stromabschaltungen vorbereitet.
Europa ächzt seit Wochen unter Rekordhitze, niedrigen Pegelständen und verheerenden Waldbränden, was Stromversorgung, Schifffahrt und das öffentliche Gesundheitswesen enorm belastet.
(Bericht von Luiza Ilie; geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)




